Ein Heiliger für die Weltjugendtage

Pier Giorgio Frassati
Ausgabe Nr. 32
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Junger Sozialapostel aus Turin: Sein Einsatz für Arme und Ausgegrenzte macht Pier Giorgio Frassati zum Vorbild für viele. Am 7. September wird er heiliggesprochen.
Junger Sozialapostel aus Turin: Sein Einsatz für Arme und Ausgegrenzte macht Pier Giorgio Frassati zum Vorbild für viele. Am 7. September wird er heiliggesprochen. ©Luciana Frassati

Papst Leo XIV. wird mit Carlo Acutis auch den italienischen Sozialapostel Pier Giorgio Frassati heiligsprechen.

Am 7. September wird Papst Leo XIV. im Heiligen Jahr zwei junge Männer heiligsprechen, deren Leben auf ganz unterschiedliche Weise Zeugnis für den Glauben geben: den „Cyber-Apostel“ Carlo Acutis und den Sozialapostel Pier Giorgio Frassati. Letzterer, bereits seit 1990 seliggesprochen, ist vielen als Patron der Weltjugendtage bekannt – auch 2025 wurde sein unverwester Leichnam in Rom beim Weltjugendtreffen verehrt. Demnächst wird er offiziell in den Kreis der Heiligen aufgenommen.

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Das Leben des Pier Giorgio Frassati

Pier Giorgio Frassati wurde 1901 in Turin geboren, in ein wohlhabendes, liberal-agnostisches Elternhaus. Sein Vater war Gründer der Tageszeitung La Stampa, Senator und später italienischer Botschafter in Berlin. In dieser Umgebung fand Pier Giorgio früh zum Glauben – gegen die familiäre Prägung. Als Schüler trat er der Marianischen Kongregation bei und erhielt die seltene Erlaubnis zur täglichen Kommunion.Sein Leben war geprägt von einem tiefen sozialen Engagement. Bereits als Jugendlicher schloss er sich der „Vinzenz-Konferenz“ an und widmete seine Freizeit den Armen, Kranken, Waisen und Kriegsheimkehrern. Als Student der Bergwerksingenieurwissenschaften an der Polytechnischen Hochschule in Turin setzte er sich politisch für christliche Werte ein.

Pier hilft im Verborgenen

Frassatis Engagement blieb seinen Eltern lange verborgen. Er besuchte Bedürftige in den Armenvierteln, oft unter Einsatz seiner eigenen Gesundheit. Vermutlich infizierte er sich bei einem solchen Besuch mit Poliomyelitis – der Kinderlähmung –, an deren Folgen er 1925 im Alter von nur 24 Jahren starb. Kurz vor seinem Tod war er noch auf dem Weg zur Promotion.

Pier wird zum Vorbild für die Welt

Auch während der Zeit, als sein Vater Botschafter in Berlin war, knüpfte Frassati Kontakte zu deutschen Katholiken, darunter zur Familie des späteren Theologen Karl Rahner. Seine Leidenschaft für das Bergsteigen verband er mit seinem Glauben – die Ausflüge in die Alpen wurden für ihn zu Gelegenheiten des Apostolats. Die Heiligsprechung bedeutet für die Kirche, dass Frassati weltweit als Heiliger verehrt und um Fürsprache angerufen werden darf. Sein Leben zeigt, wie Glaube und sozialer Einsatz miteinander verwoben sein können – und wie junge Menschen durch ihr Zeugnis die Welt verändern.

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  • Portraitfoto von Agathe Lauber-Gansterer
    Agathe Lauber-Gansterer
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