Die Kirche und Michael
Ihnen gesagtFast die Hälfte seiner 30-jährigen Amtszeit begleitete Michael Prüller Kardinal Schönborn. Beim einjährigen Nachfolgeprozess stand er im Vorjahr an der Seite von Erzbischof Josef Grünwidl. Die schönen, aber auch die unangenehmen und nicht immer einfachen Themen kommunizierte er unaufgeregt, seriös und stets loyal. Vielleicht hätten wir uns vom Kommunikationsverantwortlichen der Wiener Kirche an mancher Stelle mehr Offensive und Positionierung gewünscht. Doch ein Vorführen anderer liegt Michael Prüller fern, Häme und offene Konflikte sind seine Sache nicht.
Prüller Kolumne im SONNTAG
Bei uns im SONNTAG war der Pressesprecher der Erzdiözese ein beliebter Fixpunkt mit seiner Kolumne „Die Kirche und ich“. Ich danke für 700 Kolumnen, für die vielen guten Gedanken, die er mit uns geteilt hat – immer auf den Punkt gebracht, kein Zeichen zu viel, keines zu wenig und fast immer als letzter Artikel der neuen Ausgabe. (Mehrere Chefs vom Dienst übten sich an den Produktionstagen in Geduld. In dieser letzten war er übrigens 24 Stunden früher dran!)
Michael als „Naturtheologe“
Ein Kollege bezeichnete Michael als „Naturtheologen“ – eine gute Beschreibung des unerschütterlichen Glaubensoptimisten, mit dem ich zum Abschied eine SONNTAGs-Jause gestaltet habe, zu der ich seinen ersten Kommentar mitgebracht habe. Was schrieb er damals? „Die kompetente Mannschaft des SONNTAG hält Sie auf dem Laufenden, was in Kirche und Gesellschaft geschieht, und versucht, Ihnen auch die Freude aus dem Glauben zu vermitteln, die ja unser Erkennungszeichen als Christen sein soll.“
Keine freie Zeit
Freie Zeit kennt Michael Prüller nicht. Diese Herausforderung nimmt er jetzt als Pensionist an! Der SONNTAG wünscht ihm dabei viel Erfolg und gibt ihm zu seiner persönlichen Wochenbegleitung ein Abo dazu. Er soll uns doch nicht ganz aus den Augen verlieren.