Die drei Freunde des Ijob
Biblische Freundschaften - Teil 2
Das deutsche Wort „Hiobsbotschaft“ bezieht sich auf ein großes Unglück, auch auf sogenannte Schicksalsschläge. Etwa auch beim tragischen Verlust der Kinder, des Reichtums (Besitz und Vieh) und der Gesundheit, den der gerechte und gottesfürchtige Ijob im gleichnamigen biblischen Buch erleidet. So heißt es im Buch Ijob (Kapitel 1, Vers 1): „Im Lande Uz lebte ein Mann mit Namen Ijob. Dieser Mann war untadelig und rechtschaffen; er fürchtete Gott und mied das Böse.“ Letztlich will aber der Satan Gott den Beweis liefern, dass es mit der Gottesfurcht Ijobs nicht weit her ist – nämlich dann, wenn es ihm schlecht ergehen sollte. Und dann erscheinen drei Freunde. „Die drei Freunde Ijobs hörten von all dem Bösen, das über ihn gekommen war. Und sie kamen, jeder aus seiner Heimat: Elifas aus Teman, Bildad aus Schuach und Zofar aus Naama. Sie vereinbarten hinzugehen, um ihm ihre Teilnahme zu bezeigen und um ihn zu trösten“, weiß das Buch Ijob (Kapitel 2, Vers 11).
Vorwürfe und Erklärungen
Die Freunde sind solidarisch, sie wollen Ijob trösten:
„Sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und keiner sprach ein Wort zu ihm. Denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.“
(Kapitel 2, Vers 13).
Doch dann kommt es im Laufe des Gesprächs mit den drei Freunden zu echten Zerwürfnissen. Ijob klagt über Gott, er fühlt sich von Gott ungerecht behandelt. Das ist wiederum für die drei Freunde zu viel. Sie wissen fast mit hundertprozentiger Sicherheit, dass Ijob gesündigt haben muss – denn er muss ja leiden. Und sie setzen dabei mit ihren Vorwürfen und „Erklärungen“ fast die Freundschaft aufs Spiel. Im Laufe dieser Streitgespräche – ein Freund weiß jeweils gleichsam Bescheid über Ijobs Schuld, Ijob antwortet öfters mit einer Gegenrede – scheinen die drei Freunde jegliche Empathie mit Ijob verloren zu haben. Sie sind keine Hilfe für den Leidgeplagten, denn sie sind sich schlicht sicher, dass Ijob gesündigt hat. Sie werden fast zu Feinden Ijobs.
„Ihr habt nicht recht geredet“
Und trotzdem: Ijob erlebt letzten Endes die mehr als anstrengende Auseinandersetzung mit seinen drei Freunden auch als ein Stück gelebter Freundschaft. Und es kommt zu einer Versöhnung – zuerst mit Gott und dann auch mit den drei irgendwie besserwisserischen Freunden. Gott stellt sich dann demonstrativ auf die Seite des leidgeplagten Ijob. Denn er sagt zu Elifas von Teman fast vorwurfsvoll:
„Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob“
(Kapitel 42, Vers 7)