Jan-Heiner Tück: Das Kreuz ohne Triggerwarnung
SONNTAGs-Jause
Sein Studium in Tübingen hat den Dogmatiker Jan-Heiner Tück geprägt, intensiv beschäftigt hat er sich mit Josef Ratzinger, der die Theologie nach dem Zweiten Vatikanum maßgeblich beeinflusst hat.
Jan-Heiner Tück will Glauben in einer zeitgemäßen Weise vermitteln
Den Glauben in einer zeitgemäßen Weise zu vermitteln, das schätzt Tück am späteren Papst Benedikt XVI. Was macht man in der Dogmatik? Es gehe darum, Grundlagen, die den Inhalt des Glaubens festlegen, auch in der jeweiligen Zeit auszulegen – in aller Vielfalt wie in der Musik oder auch in der Literatur wie die Poetikdozentur an der Universität Wien, wo Tück seit 2010 an der katholischen Fakultät lehrt.
Das Kreuz als Basis unserer Hoffnung
In besonderer Weise beschäftigt er sich mit dem Kreuz, das er in aller Verstörung und ohne Triggerwarnung auch als österliches Symbol versteht, als Basis unserer Hoffnung. In der SONNTAGs-Jause verrät Tück auch, warum er es kritisch sieht, im Namen der weltanschaulichen Neutralität Kreuze aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.
Jan-Heiner Tück und seine Arbeit für "Communio"
Als Editor und Podcaster für die theologische Zeitschrift "Communio" ist Tück auch ein Medienmensch. Communio sei, so Tück, in den 70er Jahren von prominenten Figuren wie Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar, Hans Mayer und einigen anderen gegründet worden mit der Absicht, die Impulse des Konzils so weiterzutragen, dass es auch in Abstimmung, mit dem römischen Lehramt geschieht. Vor zwei Jahren habe man sich dann dazu entschieden, "in den digitalen Raum hineinzugehen" um eine jüngere Lesergeneration anzusprechen.
Osterjause mit Weißbrot, Eiern und Osterschinken
So freut sich Jan-Heiner Tück schon auf die Osterjause mit Weißbrot, gefärbten Eiern und Osterschinken und nach der Auferstehungsfeier auf ein Glas Veltliner oder Gemischter Satz – gesegnet und gut gekühlt.
Frohe Ostern!
Buchtipp:
Im Namen weltanschaulicher Neutralität und religiöser Toleranz verschwinden Kreuze nach und nach aus dem öffentlichen Raum. Statt dies kulturpessimistisch zu beklagen, wendet Jan-Heiner Tück den Phantomschmerz über das leise Verschwinden des christlichen Symbols produktiv. Er lässt sich anregen durch unterschiedliche Werke aus Theologie, Philosophie, Kunst und Literatur, um neben der Vielschichtigkeit des Zeichens die rettende und versöhnende Kraft des Kreuzes sichtbar zu machen. So entsteht ein faszinierendes Panorama von Essays, das von Platon und Euripides über Holbein und Dostojewski bis in die Gegenwart reicht.
Crux - Über die Anstößigkeit des Kreuzes, von Jan-Heiner Tück, Verlag Herder, 2. Auflage 2023, 376 Seiten, ISBN: 978-3-451-39197-2, EUR 28,-