8. März: Heiliger Johannes von Gott

Von Gott?!
Ausgabe Nr. 9
  • Heiligenschein
Autor:
Patron der Krankenpflege: „Wo keine Liebe herrscht, ist Gott nicht.“ ©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Spanien, 1538. Ein 43-jähriger Mann läuft nackt durch die Straßen. Besorgte Bürger bringen ihn ins Krankenhaus. Dort stellt sich heraus, dass sein Verhalten die Reaktion auf eine Predigt des Bußpredigers Johannes von Avila war. Dieser erfährt davon und besucht den Kranken. Er rät ihm, seine Begeisterung in Bahnen zu lenken, die anderen nützen. Der Mann nimmt sich das zu Herzen – und begründet das moderne Spitalswesen.

Werbung

Not der Kranken

Die Rede ist von Johannes von Gott. Vor dieser Episode war der 1495 geborene Portugiese Jobhopper: Hirte, Soldat, Bauarbeiter und Buchhändler. Im Spital lernt er nun die Not der Kranken kennen und findet seine Berufung: die Krankenpflege. Johannes eröffnet ein Spital nach völlig neuen Gesichtspunkten.

Als Erster trennt er Patienten nach Geschlecht und Krankheit. Jeder bekommt ein eigenes Bett, der Behandlungs- und Pflegeprozess wird dokumentiert. Bald gibt man Johannes den Beinamen „von Gott“, denn er kümmert sich auch um Straßenkinder, Prostituierte und Arbeitslose. Seine ersten beiden Helfer sind Mörder. Und immer mehr junge Männer schließen sich ihm an. Erst nach Johannes Tod wird daraus der Orden der Barmherzigen Brüder.

Der Tod von Johannes von Gott

Nach dem Versuch, einen Mann vor dem Ertrinken zu retten, erkrankt Johannes und stirbt 1550. 1690 wurde er heiliggesprochen.

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

Schlagwörter
Autor:
  • Bernadette Spitzer
0:00
0:00
Werbung

Neueste Beiträge

| Kunst und Kultur
„Teil des ganz normalen Lebens bleiben“

Mit „Vier minus drei“ hat Barbara Pachl-Eberhart 2010 nicht nur ein Buch über den Unfalltod ihrer Familie geschrieben, sondern auch davon erzählt, wie sie sich weder das Leben davor noch das Leben danach wegnehmen hat lassen. Adrian Goiginger bringt die Geschichte nun auf die Leinwand.

| Hirtenhund
Hirtenhund

Der Kirchenhund bellt diese Woche über die Worte des Papstes zum den US-Angriffen im Iran und über die Verfolgung von Christinnen und Christen weltweit.

| Spiritualität
Glaubenszeugnis

Tische aufstellen, Willkommensdienst an der Kirchentür, strategische Überlegungen, wie die Pfarre der Zukunft aussehen kann: Matthias Rella, 40, investiert viel Zeit in ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde.