„Müssen zeigen, wofür wir stehen“
Glaubenszeugnis
M atthias Rella lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Küb und ist Teil der Pfarre Payerbach, die zum Pfarrverband Raxgebiet gehört.
Herr Rella, sind Sie in der Pfarre Payerbach aufgewachsen?
Ich bin seit meinem sechsten Lebensjahr in der Pfarre. Zuerst habe ich ministriert, später bei der Jugendmusikgruppe mitgesungen. Die gibt es jetzt seit zwanzig Jahren nicht mehr, und es ist eine große Sehnsucht von mir, dass wir wieder eine Jugendgruppe auf die Beine stellen. Nach der Firmung haben Jugendliche eigentlich keine Andockmöglichkeit in der Pfarre, außer sie ministrieren. Für meine Tochter, die gerade Firmvorbereitung macht, würde ich mir so eine Gruppe wünschen. Ich versuche also, sie in Gang zu bringen, will sie aber nicht selbst organisieren, weil ich schon so viel in der Pfarre mache.
Ehrenamtliche Arbeit in der Pfarre
Wie viel Zeit investieren Sie in die ehrenamtliche Arbeit in der Pfarre?
Das lässt sich in Stunden schwer beziffern … Ich würde sagen zwei bis drei Stunden pro Woche, ohne die Zeit im Gottesdienst. Mal mehr, mal weniger. Ich bin stellvertretender Vorsitzender im Pfarrgemeinderat, bereite Familiengottesdienste vor, schreibe für das Pfarrblatt, bin Kantor und Lektor und stelle die Tische bei der Agape auf. Und ich befasse mich viel mit einem möglichen Umstrukturierungsprozess in unserer Pfarre.
Sie machen sich viele Gedanken darüber, wie Pfarre aussehen und wie sie die Menschen ansprechen kann.
Pfarrerneuerung beschäftigt mich sehr. Ich habe schon einige Bücher gelesen, gerade lese ich „Dio Mio“ von Michelle Engels und David Grüntjens, Gemeindereferentin und Pfarrer in einer deutschen Pfarre. Mir ist es deshalb sehr wichtig, im Pfarrgemeinderat zu sein: Er ist der Ort, wo Weichenstellungen und Richtungsentscheidungen getroffen werden.
Ich denke, als Pfarre müssen wir uns profilieren. Zeigen, wofür wir stehen. Wir veranstalten zum Beispiel jedes Jahr im Pfarrverband ein ‚Fest der Begegnung‘. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass es bei diesem Fest einen Stand gibt, an dem man auf einen Blick sieht, was alles im Pfarrverband passiert. Das sichtbar zu machen, ist sehr wichtig. Und ich mache mir viele Gedanken über den Sonntagsgottesdienst: Die Gemeinde kommt zusammen, der Herr ist im Fokus – wie können wir den Gottesdienst noch schöner machen? Eine Möglichkeit ist zum Beispiel eine Art Willkommensdienst. Zu manchen Anlässen stelle ich mich selber an den Eingang und begrüße die Menschen. Bei der Krippenandacht etwa, zu der viele kommen, die sonst selten in der Kirche sind. Schön wäre es, wenn wir immer einen solchen Willkommensdienst hätten.
„Ich mache mir viele Gedanken über den Sonntagsgottesdienst. Der Herr ist im Fokus – wie
können wir den Gottesdienst noch schöner machen?“
In der Pfarre arbeiten Sie mit anderen im Team. Ziehen da alle mit?
Nicht immer so, wie ich es mir vorstelle. Am Anfang hat mich das schon frustriert. Mittlerweile sehe ich das gelassener. Wir sind alle ein Leib, und da ist man immer so schnell wie das langsamste Glied. Und das ist auch gut so. Eine Kultur zu ändern, ist schwierig, das geht nur Schritt für Schritt. Ich mache das, was mir am Herzen liegt. Und letztlich geht es ja darum, auf den Herrn zu hören, in ihm verwurzelt zu bleiben.
Wie bleiben Sie denn mit Gott verbunden?
Ich bete täglich den Rosenkranz, zumindest versuche ich es. Meistens mache ich das gleich in der Früh, wenn das Morgenprogramm mit den Kindern vorbei und es wieder ruhiger ist. Die Fastenzeit nehmen wir zum Anlass, am Abend mit den Kindern einen Kinderrosenkranz zu beten: ein Gesätzchen mit fünfmal zwei Rosenkranzgeheimnissen. Das wird von den Kindern gut angenommen. Und ich finde es schön, nach dem Chaos und manchen Streitereien am Tag am Abend so wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Matthias Rella
Alter: 40
Lebensmotto: Ich bin geliebtes Kind Gottes.
Gott ist für mich: Ein und Alles.
Sonntag bedeutet für mich: Ruhetag, Zeit für die Familie und für Gott.