Vom „Autofasten“ bis zum „Zu-Fuß-Geh-Sonntag“

Wenn die Fastenzeit bewegt
Ausgabe Nr. 8
  • Leben
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Klimabewegt: Auch Erzbischof Josef Grünwidl unterstützt die Aktion „Autofasten“. ©Stephan Schönlaub

Unter dem Motto „Fair zu Fuß unterwegs“ steht der bewusste Verzicht auf das Auto im Mittelpunkt – besonders während der Fastenzeit vom 18. Februar bis zum 4. April – aber auch darüber hinaus.

Bei der Präsentation der diesjährigen Aktion „Autofasten“ hob Erzbischof Josef Grünwidl die positive Wirkung des Verzichts hervor und wies darauf hin, dass „ein Weniger an Stau, ein Mehr an Bewegung uns, unserer Gesundheit und der Natur guttut“. 

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Autofasten zeigt Wege zu klimafreundlicher Fortbewegung auf

Laut den katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten ist der Handlungsbedarf groß: Die CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs liegen weiterhin rund 50 Prozent über dem Niveau von 1990. Autofasten, das seit über 20 Jahren besteht, setzt hier an und motiviert zu aktiver Mobilität wie Gehen, Radfahren oder der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Unterstützt wird die Initiative von „klimaaktiv mobil“, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. 

Bewusste und aktive Wege durch Autofasten

Aktive Mobilität stärkt die Gesundheit, reduziert Lärm und Abgase und schont das Haushaltsbudget. Als Anreiz winken Preise wie ein regionales Klimaticket oder Kurzurlaube in einem JUFA-Hotel mit öffentlicher Anreise. Ein besonderer Schwerpunkt ist heuer erstmals der neue „Zu-Fuß-Geh-Sonntag“ am 15. März. Gemeinden und Gruppierungen in ganz Österreich sind eingeladen, Alltagswege bewusst zu Fuß und als gemeinschaftliche Aktion zu gestalten. Der Aktionstag verbindet Bewegung und Gemeinschaft und ist generationenübergreifend konzipiert. In zahlreichen Pfarren wird dieser Sonntag genutzt werden, um zumindest einen Teil des Weges zur Kirche gemeinsam mit anderen Gottesdienstmitfeiernden zu Fuß zu gehen. 

Referentin im Bereich „Bibel–Liturgie–Kirchenraum“ in der Erzdiözese Wien. ©no-te.com/S.Cucui

Interview mit Pia Hecht

 

Wie lange dauert die Fastenzeit?
Die Fastenzeit dauert von Aschermittwoch bis Ostern. Wie ihr lateinischer Name Quadragesima andeutet, handelt es sich um 40 Tage der Vorbereitung – ausgenommen sind die Sonntage, miteingerechnet werden jedoch Karfreitag und Karsamstag des österlichen Triduums. Die Anzahl der Tage verweist auf verschiedene biblische Zeitspannen, etwa auf die 40 Jahre, die das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste gewandert ist, auf die 40 Tage, die Mose auf dem Berg Sinai verbrachte oder die Elija durch die Wüste wanderte, oder auf die 40 Tage, die Jesus fastend in der Wüste verbrachte.

 

Soll auch an den Fastensonntagen gefastet werden? 
Wie auch bei der Zählung der 40 Tage sind die Sonntage vom Fasten ausgenommen.

 

Warum ist die „Fastenzeit“ nur ein Aspekt der österlichen Bußzeit? 
Die österliche Bußzeit (Quadragesima, Fastenzeit) ist eine Vorbereitungszeit. Die persönliche Vorbereitung auf das Osterfest kann dabei unterschiedliche Formen annehmen. Neben dem Fasten von Nahrungs- oder Genussmitteln ist sie auch eine Zeit des Gebets, der aktiven Nächstenliebe und der Reflexion und Buße. Sie fordert uns heraus – von den Worten beim Empfang des Aschenkreuzes „Bedenke, dass du sterblich bist“, „Kehr um“, über die biblischen Worte in den Lesungen der Gottesdienste bis hin zum „Verzicht“ in der Liturgie auf Gloria und Halleluja. Dafür bietet uns die Fastenzeit andere Texte und Formen des Gebets, wie die Fastenpräfation in der Eucharistiefeier, die Kreuzwegandacht, Bußgottesdienste. Wir blicken ohne Filter auf unser eigenes Leben, nehmen eine andere Perspektive ein, verlieren dabei aber auch die Not unserer Mitmenschen nicht aus dem Blick. Fasten öffnet uns dabei Freiräume – keine Übersättigung, mehr Zeit, mehr Ruhe. Die österliche Bußzeit ist damit auch eine Zeit der Beziehungspflege – mit mir selbst, mit anderen Menschen und sie bringt mich auch wieder intensiver mit Jesus in Beziehung. 

 

 

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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