Tschernobyl – Synonym für Umweltkatastrophe

Meinung
Ausgabe Nr. 15
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Reinhard Bödenauer (66) ist Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien.
Reinhard Bödenauer (66) ist Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien. ©Fotografie 114

Reinhard Bödenauer (66), Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, schreibt über die größte Atomkraftwerkkatastrophe in Tschernobyl, die sich am 26. April 1986 ereignet hat.

Am 26. April 1986 hat sich die größte Atomkraftwerkkata­strophe in Tschernobyl ereignet. In Österreich verzeichneten die Bundesländer Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und die Steiermark die höchsten Cäsium-137-Werte.

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Erkenntnisse durch die Katastrophe von Tschernobyl

Erst durch die Katastrophe von Tschernobyl realisierten wir, was wir 8 Jahre zuvor bei der Abstimmung über das AKW Zwentendorf 1978 in den Jugendgruppen diskutiert hatten. 1986 leugnete die­ UDS­­­­­­SR zuerst die Katastrophe. Die Mai-Aufmärsche in Moskau und Wien wurden noch aus politischen Gründen abgehalten: In Moskau zur Beschwichtigung, in Wien ging es um die Bundespräsidentenwahl. Erst verspätet wurden Maßnahmen zum Schutz der Menschen ergriffen: Kinder und Schwangere sollten sich nicht im Freien aufhalten, Sandkisten wurden abgedeckt, Obst und Gemüse aus dem Garten sollten nicht gegessen werden, für Pilze galt dies die nächsten Jahre. 

40 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl

In Wirklichkeit weiß ich nicht, woher damals mein Essen kam. In den Pfarren wurden Sommerlager ohne besondere Vorkehrungen abgehalten. Die Jungschar Österreichs veranstaltete das Bundeslager für Buben in Schielleiten erst, nachdem alle Messungen kein Problem für die Abhaltung des Lagers ergaben. Vierzig Jahre nach der Reaktorkata­strophe von Tschernobyl ist das Unglück für Umwelt und Gesellschaft noch immer nicht völlig Vergangenheit. 

Spuren der Katastrophe von Tschernobyl

Auch in Österreich sind Spuren davon bis heute nachweisbar: Vor allem Cäsium-137 spielt weiterhin eine Rolle. Gleichzeitig hat Tschernobyl vieles verändert. Schon 1986 wurden internationale Abkommen zur raschen Meldung von Atomunfällen und zur gegenseitigen Hilfe beschlossen. 

In Österreich bleibt trotz Energiekrise und Diskussionen über Versorgungs­sicherheit die Haltung stabil, kein eigenes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen zu wollen. Die ungelöste Frage der Lagerung von Atommüll ist die größte Problematik. Über dreiviertel der Bevölkerung lehnten bei einer Umfrage 2024 einen Ausbau der Kern­energie zur Erreichung von Klimazielen ab. Windkraft, Solarenergie, Geothermie und eine effizientere Nutzung von Ressourcen sind der Weg in die Zukunft! 

Der Kommentar drückt seine persönliche Meinung aus!

Autor:
  • Reinhard Bödenauer
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