Schlechte Verhaltensnote

Zum Schulschluss
Ausgabe Nr. 25
  • Heiter bis heilig
Autor:
Maria Mazzarello war die Gründerin der Don Bosco Schwestern. Die Gemeinschaft betreibt weltweit Schulen für Mädchen. ©Don Bosco Schwestern

Bernadette Spitzer erzählt gerne Heiteres aus der Welt der Kirche.

Zum Schulschluss zwei Episoden aus dem Leben der Schwester Johanna Montag. Sie gehört dem im 19. Jahrhundert gegründeten Orden der Don Bosco Schwestern an. Dieser hat sich der Bildung von Mädchen und jungen Frauen verschrieben. Seine Gründerpersönlichkeiten, die heilige Maria Mazzarello (1837–1881) und Don Bosco (1815–1888), hätten sicher ihre Freude an ihrer beherzten Nachfolgerin Johanna Montag.

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Keine Musterschülerin

Sie wurde 1935 in Gramatneusiedl geboren und besuchte die örtliche Hauptschule. In ihrem ersten Zeugnis bekam sie die Verhaltensnote „Gut“, was mit „sehr schlecht“ gleichzusetzen war. Die Begründung des Lehrers war: „Sie schreit alles raus, was sie weiß, auch wenn wer anderer dran ist.“

Gewiefte Pädagogin

Und doch ist aus ihr eine Ordensfrau geworden! Allerdings eine listige. Von 1958 bis 2000 war sie erst Lehrerin, dann Direktorin der Hauswirtschaftsschule in Vöcklabruck. Eines Tages zu Schulschluss wurde im Garten gefeiert. Eine Mitschwester raunte Sr. Johanna zu, dass sie gehört habe, dass die Schülerinnen die Türen aushängen wollten. „Wollt Ihr ihnen nicht zuvorkommen?“ Sr. Johanna und ein paar Mitschwestern waren sofort dabei, hängten am Abend die Türen aus und ergötzten sich am nächsten Morgen an den enttäuschten Gesichtern der Schülerinnen, denen sie den Spaß verdorben hatten.
Sr. Johanna, die sich selbst als Frohnatur bezeichnet, wurde übrigens 2009 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich verliehen.

Autor:
  • Bernadette Spitzer
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