Miteinander lernen

Meinung
Ausgabe Nr. 2
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Jasmin Freyer schreibt ihre Meinung zum "Tag des Judentums".
Jasmin Freyer schreibt ihre Meinung zum "Tag des Judentums". ©Lorenz Seidler

Jasmin Freyer ist seit ihrer Jugend im interreligiösen Dialog und für jüdische Vermittlungsarbeit engagiert. Seit fast 20 Jahren ist sie Mitglied des Kultusvorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Sie schreibt über den Tag des Judentums.

Durch Lernen, Gedenken und Feiern wird jährlich am 17. Jänner 2026 der „Tag des Judentums“ in den Kirchen Österreichs begangen. Es wäre ratsam, nicht ausschließlich über, sondern mit Jüdinnen und Juden zu lernen. Durch Institutionen wie zum Beispiel das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung (JIFE), das Jugend-Dialog-Programm LIKRAT, den Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie durch Onlineformate ist ein solcher Austausch für den interreligiösen Dialog möglich.

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Interreligiöser Dialog: Wurzeln des Christentums sind im Judentum zu finden

Dialog, Bildung und Respekt sind die drei Hauptpfeiler, auf denen die Begegnung zwischen Christentum und Judentum basieren sollte. Die Wurzeln des Christentums sind im Judentum zu finden: Jesus, Maria und Josef sowie die Apostel waren Juden und lebten nach jüdischer Tradition. 

Gerade in Zeiten des wieder zunehmenden Antisemitismus ist es daher essentiell, dass sich Christinnen und Christen dieser Wurzeln bewusst sind, um ihm zu entgegnen. Reisen nach Israel, Studium an einer israelischen Universität oder dortige Volontariate sind dafür bestens geeignet: Wien und Tel-Aviv liegen nur 3,5 Flugstunden voneinander entfernt.

Die Geschichte des Christentums hat gezeigt, was geschieht, wenn über Jahrhunderte Unwissenheit, Hass und Feigheit im religiösen und gesellschaftlichen Denken gegenüber Jüdinnen und Juden dominieren: Ghettoisierung, Vertreibung und Mord. Der Judenhass gipfelte schließlich in der Shoah, der millionenfachen Tötung von unschuldigen Menschen.

Seit meiner Jugend trete ich für für den interreligiösen Dialog ein, um Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Besonders gefreut hat es mich, als ich unlängst auf einer Chanukka-Veranstaltung am Wiener Judenplatz erlebt habe, dass auch viele Menschen anderer Religionen anwesend waren. Ich deute das als Zeichen der Solidarität.

Daher meine Botschaft: Einen respektvollen Zugang zueinander wahren, voneinander lernen und füreinander da sein, um eine friedliche Zukunft in Österreich und weltweit zu gestalten. Shalom! 

Lernen durch den interreligiösen Dialog

Der Kommentar drückt ihre persönliche Meinung aus.

Autor:
  • Jasmin Freyer
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