„Krieg kann keine Demokratie herstellen“
Frühjahrstagung der Bischofskonferenz
Österreichs Bischöfe mahnen mehr Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit ein. Die Bischöfe hatten sich zum Auftakt ihrer Beratungen in Sankt Johann bei Herberstein im Rahmen eines Studientages intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Eingehende Analysen zeigten, dass das Ausmaß der Verfolgung und Diskriminierung von Christinnen und Christen in vielen Ländern zugenommen habe. Sie greifen darin auch die von Papst Leo XIV. zuletzt verwendete Zahl von 380 Mio. betroffenen Christinnen und Christen weltweit auf. In Österreich habe das Recht auf Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert. Das sollte alle Verantwortlichen in Staat, Kirchen, Religionen und Gesellschaft darin bestärken, sich für Religionsfreiheit weltweit einzusetzen.
Nahost: „Stopp dem Krieg!“
Die Bischöfe sind erschüttert über das Leid, dass der Iran-Krieg für den Nahen Osten und die Region der Golfstaaten gebracht hat. Sie warnen vor einem noch größeren Flächenbrand, wenn die Kampfhandlungen nicht bald ein Ende nehmen. „Stopp dem Krieg!“ lautet der Aufruf der Bischöfe. „Krieg allein ist keine Lösung und kann keine Demokratie herstellen, sondern er legt meist die Saat für noch größeren Hass und neue Gewalt“, heißt es in der Erklärung.
Kinder willkommen heißen
Angesichts sinkender Geburtenzahlen, Vereinsamung und einem drohenden „demographischen Winter“ rufen die katholischen Bischöfe zu verstärkter Unterstützung von Familien und einer kinderfreundlicheren Gesellschaft auf. „Wo Kinder willkommen sind und Familien Rückhalt erfahren, wächst nicht nur persönliches Glück und Lebenssinn, sondern auch Hoffnung auf ein gesellschaftliches Leben im Miteinander und Füreinander.“ Sie riefen auch zu einer stärkeren Väterbeteiligung bei der Care-Arbeit auf.
Armut verringern: national, international
Die Bischöfe mahnen bei der Budgetkonsolidierung besondere Rücksicht auf armutsgefährdete Menschen ein. Ziel müsse bleiben, Armut zu verringern und den Druck auf Betroffene nicht weiter zu erhöhen – auch auf internationaler Ebene. So plädieren die Bischöfe, bei Budgeteinsparungen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit „maßvoll“ vorzugehen, um bewährte Programme „nicht nachhaltig zu beschädigen“.
90 Prozent besuchen den Religionsunterricht
„Gerade in einer diversen Gesellschaft, in der es darum geht, das Miteinander zu leben, ist der Religionsunterricht als Lernort für Pluralität unverzichtbar“, heißt es in einer Erklärung der Bischöfe. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist weiterhin hoch: Mehr als 90 Prozent der katholischen Schülerinnen und Schüler besuchen den Unterricht; knapp 40.000 melden sich zum Freifach Religion an, obwohl sie keiner Religionsgemeinschaft angehören. Die Bischöfe danken den mehr als 7.000 Religionslehrerinnen und -lehrern für ihren Einsatz, junge Menschen mit den Inhalten des katholischen Glaubens vertraut zu machen.
Brandmayr: Neuer Rektor des Hospizes
Franz Xaver Brandmayr (70), derzeit Dompropst von Wiener Neustadt, wird neuer Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem. Die Personalie war Thema bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz, wo Erzbischof Josef Grünwidl das Votum der Bischöfe für seine Entscheidung einholte. Brandmayr tritt seinen Dienst in Jerusalem am 1. September an. Das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land ist dem jeweiligen Erzbischof von Wien als Protektor unterstellt. Das Pilgergästehaus mit rund 120 Betten, Kapelle und dem hauseigenen „Café Triest“ liegt in der Jerusalemer Altstadt direkt an der Via Dolorosa. 1863 als Pilger-Hospiz eröffnet, ist das Gebäude nach einer bewegten Geschichte seit 1985 wieder im Besitz der katholischen Kirche.
Brandmayr war von 2008 bis 2020 Rektor des päpstlichen Institutes Santa Maria dell‘ Anima in Rom. Seither wirkt er als Dompropst von Wiener Neustadt. Zwischen 1993 und 2008 war er Seelsorger in der Pfarre Sankt Gertrud/Währing (Wien 18) sowie Richter am Diözesan- und Metropolitangericht. Eine wichtige Rolle hatte Brandmayr auch bei mehreren Seligsprechungsprozessen wie jenen für Petrus Pavlicek, Hildegard Burjan und Kaiser Karl I.