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Hirtenhund
Ausgabe Nr. 12
  • Hirtenhund
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©Der SONNTAG

Der Hirtenhund bellt diese Woche über Frauen in der Kirche und über die letzte Bischofskonferenz, ebenfalls mit einer Frauenfrage.

Die Kirche und die Frauen: Für die einen ein Thema, das nicht zusammengeht, weil die Kirche schließlich als durch und durch männliche Priesterkirche Frauen schon immer geringgeschätzt und als höchstens für den Blumenschmuck zuständige Statisten im himmlisch-maskulinen Heilswerk gesehen habe. Für andere wiederum ein Thema, das durchaus zusammengeht, ja gehen muss, will die Kirche – endlich – im 21. Jahrhundert ankommen. Und so sahen einige leicht verschattete Redaktionen den Zölibat gleich als Top-Thema der letzten Bischofskonferenz-Beratungen und teaserten „Bischofskonferenz diskutiert Zölibat-Freiwilligkeit“ – auch wenn das Thema gar nicht auf der offiziellen Agenda stand. Vielleicht, weil unsere Oberhirten im „Haus der Frauen“ im oststeirischen Sankt Johann bei Herberstein tagten? Vielleicht auch, weil die Medien zuletzt wieder mal so bereitwillig über Tonis Kreuz mit dem Zölibat berichtet haben? 

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Teilnahme

Tatsächlich liegt das Thema aber in der Luft. Dafür sorgte nicht zuletzt der Abschlussbericht der im Zuge der Weltsynode eingerichteten Studiengruppe zur „Teilnahme von Frauen am Leben und an der Leitung der Kirche“, der festhält, dass die Frauenfrage „ein Zeichen der Zeit ist in dem Sinne, dass der Heilige Geist dadurch spricht“. Nur – was spricht der Geist konkret? Bekanntlich brabbelt er in vielen Sprachen. Unser neuer Erzbischof hat diesen himmlischen Ball jedenfalls rasch aufgegriffen und vor versammelter bischöflicher Mann-Schaft mit den Worten „Was vom Heiligen Geist kommt, kann das Kirchenrecht nicht aufhalten“ für eine veränderungsbereite Kirche geworben. – na, bumm! Wird unser Josef plötzlich rückfällig und knüpft an die gute alte Zeit in der „Pfarrerinitiative“ an? – Klingt ja fast nach einem „Aufruf zum Ungehorsam 2.0“ …

Bischofskonferenz

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Franz Lackner, wollte da wohl in nichts nachstehen und meinte gegenüber dem ORF, er habe schon jahrzehntelang in der Frauenfrage einen liberalen Zugang vertreten. Erstaunt habe ich daraufhin das Video der Bischofskonferenz-Pressekonferenz durchgeschaut. Tatsächlich zählt Lackner darin auf, wo überall Frauen schon in Leitungsfunktionen tätig sind. Und selbst als Mitglieder der Bischofskonferenz könne er sie sich vorstellen – „mit Stimmrecht“! Holla, man reibt sich verdutzt die Augen. Man(n) versteht sich offenbar immer besser mit Frauen – oder um es in des Vorsitzenden bekannt leichtfüßiger Sprache zu sagen: „Das Element ist nicht gänzlich fern.“ So klingen Revolutiönchen in der katholischen Kirche 2026. 

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