Karl Habsburgs Rede für Europa
Die Stärke des Rechts statt das Recht des Stärkeren
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und Europa, die Aktivitäten der von Karl Habsburg wörtlich als „Achse des Bösen“ bezeichneten Länder Russland und China gegen das westliche Wertesystem, aber auch die Drohungen von US-Präsident Trump gegen Dänemark zwingen Europa zu einer europäischen Außen- und Sicherheitspolitik. So der Tenor bei der diesjährigen „Rede zur Zukunft Europas“, die Karl Habsburg in einer Online-Matinee an seinem 65. Geburtstag zum 11. Jänner 2026 hielt.
Karl Habsburg über die neuerliche „Zeitenwende“
Der ehemalige EU-Abgeordnete (1996–99) und Paneuropa-Ehrenpräsident sprach über die neuerliche „Zeitenwende“ durch die neue US-Sicherheitsstrategie, benannte die „Patrioten für Europa“ als falsche Patrioten, die weder Patrioten noch für Europa sind, bezeichnete die Lüge als Machtdemonstration des Herrschers des Moskauer Kolonialreiches, definierte ein klares Ziel für die Unterstützung der Ukraine und forderte neuerlich eine echte europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Habsburg erinnerte explizit an Papst Pius XI. und seine 1931 veröffentlichte Enzyklika „Quadragesimo anno“ sowie das Prinzip der Subsidiarität, die die größtmögliche Selbstbestimmung und Eigenverantwortung ermöglicht. Also das Prinzip, dass die größere Einheit nicht regeln darf, was auf Ebene der kleineren Einheit zufriedenstellend geregelt werden kann. Subsidiarität ist nämlich in der Definition des Heiligen Vaters erstens ein entschiedenes Plädoyer für einen schlanken Staat und zweitens ein Plädoyer für die Rechtsstaatlichkeit. Viele Anliegen!
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger dankte Karl habsburg
Die Übereinstimmung mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger ist dabei gegeben. Sie dankte Karl Habsburg für sein Bekenntnis zur Ukraine, wo er als Medienunternehmer beruflich tätig ist. Und sie sprach klar von einer Zeitenwende: „Jahrzehntelang haben wir Europäerinnen und Europäer uns darauf verlassen, dass internationale Politik regelbasiert ist. Dass die Stärke des Rechts gilt und nicht das Recht des Stärkeren.“ Ihre Schlussfolgerung: „Wenn wir als Europäer in einer solchen Welt nicht nur bestehen wollen, sondern unsere Interessen und auch das Völkerrecht sichern wollen, müssen wir stark sein. Wirtschaftlich. Politisch. Und militärisch.“
Der Wert eines christlichen Europas
Dass Religionsvertreter die Lage ebenfalls aufmerksam verfolgen, zeigte eine Grußbotschaft von Kurienkardinal Kurt Koch, der den Wert eines christlichen Europas betonte. Er mahnte, diese Wurzeln nicht zu vergessen. Für den Islam kam Großmufti Senaid Kobilica aus Norwegen zur Rede für Europa nach Wien. Eine Grußbotschaft sandte außerdem Großmufti Husein Kavazović́, geistliches Oberhaupt der Islamischen Glaubensgemeinschaft auf dem Balkan und Befürworter der Verständigung zwischen den Religionen. Unter den Gästen waren seitens der katholischen Kirche der emeritierte Sankt Pöltener Bischof Klaus Küng, Yuriy Kolasa, Generalvikar für die katholischen Ostkirchen in Österreich, und Pater Marek Pučalík, Rektor der Wiener Karlskirche.
Die ganze Rede
Die vollständige Rede ist online abrufbar: ▶ paneuropa.at