„Ich erkenne darin, dass Gott für mich sorgt …“

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 27
  • Spiritualität
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Die schönen Worte „Fürchte dich nicht, denn die Freude am Herrn ist deine Stärke“ haben Katharina Tupay Stärke gegeben. ©Privat

Eine überraschende Schwangerschaft hat Katharina Tupay zuerst große Sorgen bereitet und dann, so die 55-Jährige, „im Glauben wachgerüttelt“. Heute betet sie mit anderen Müttern jede Woche für ihre Kinder und deren Pädagogen.

Katharina Tupay ist verheiratet, Mutter von drei Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie im 19. Bezirk in Wien.

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Gott hat mir geholfen

Katharina, du bist mit 45 noch einmal überraschend schwanger geworden. Das war anfangs nicht so leicht für dich.

Ich war ja spätgebärend und hatte große Sorge, dass unser Kind behindert oder krank auf die Welt kommt. Damals lebte auch noch meine sehr alte Mutter mit uns im Haus, und ich hatte Angst, dass das alles zusammen eine zu große Belastung für unsere Familie werden könnte. Ich erinnere mich, dass ich etwa eine Woche nach dem positiven Test die Nacht über wachgelegen bin, voller Sorge. Am nächsten Tag, einem Sonntag, ging ich erschöpft und verzweifelt in die Kirche. Und dann hörte ich in der Messe in der Lesung folgende Worte: „Fürchte dich nicht, denn die Freude am Herrn ist deine Stärke.“ Diese Worte trafen mich mitten ins Herz. Die Ängste waren vorüber. Beruhigung und Zuversicht traten an ihre Stelle. Unser Kind ist schließlich gesund auf die Welt gekommen und hat unsere Familie sehr bereichert. Die Verse von damals begleiten uns seitdem. Durch unseren Sohn sind wir sehr im Glauben gewachsen. Wir beten bewusst gemeinsam. Die Geburt hat mich im Glauben wirklich wachgerüttelt. Ich hatte den lebendigen, tröstenden Gott erfahren.

Du bist aber in einer gläubigen Familie aufgewachsen, oder?

Meine Mutter war evangelisch und eine sehr gläubige Frau, mein Vater katholisch. Wir sind ab und zu in die Kirche gegangen. Ich kam dann ins Internat einer katholischen Privatschule und habe dort angefangen, regelmäßig in die Kirche zu gehen und Messen mitzugestalten. Mit 15 hat mich eine Freundin aus dem Internat angesprochen und zum regelmäßigen Bibellesen in der Schule eingeladen. Wir haben uns dafür jeden Tag in der Früh getroffen.

„Durch unseren Sohn sind wir sehr im Glauben gewachsen.“ 

Jeden Morgen?

Ja, wir waren wirklich hochmotivierte Jugendliche. Wir nahmen alle unsere Bibel mit und haben vor Unterrichtsbeginn die Tageslesungen gemeinsam gelesen und in Stille gebetet. Das war’s. Sehr diszipliniert und einfach.

Gott als Helfer

Seit einem Jahr organisierst du zusammen mit einer anderen Mutter in eurer Pfarre in Heiligenstadt eine Müttergebetsrunde, zu der ihr euch auch in der Früh trefft. Wie kam’s dazu? 

Eine Freundin von mir, Mutter von drei Kindern, verstarb viel zu früh an Krebs. Das war für mich der Anlass, mir den Freitagmorgen freizuhalten und um acht Uhr früh in unserer Kirche „St. Jakob“ zu beten. Das habe ich vier Jahre lang so gemacht. Vor ungefähr drei Jahren hat mich im Familiengottesdienst eine andere Mutter angesprochen. Wir haben uns immer wieder gesehen und irgendwann fragte sie mich, ob ich bei „Moms in Prayer“ mitmachen wollen würde. Als arbeitende Mutter habe ich wenig Zeit, aber ich habe ihr vorgeschlagen, das Müttergebet auf den Freitag um acht Uhr zu legen. Mein bestehendes Format „Freitag-um-acht-Uhr“ hat sich so erweitert. Es kommen immer wieder Mütter dazu, manchmal auch Großmütter. Was für ein Segen!

"Ich erkenne darin, dass Gott für mich sorgt …"

Wie und wofür betet ihr?

Wir versammeln uns in Stille, danach singen wir gemeinsam, danken und bringen unsere Bitten vor den Herrn. Alles sehr basic. Große und kleine Gebetsanliegen werden offen ausgesprochen.  Wir beten für unsere Kinder und dafür, dass wir sie als Mütter gut begleiten können. Wir beten auch für die Lehrer und Kindergartenpädagogen unserer Kinder. Unsere Bitt-Gebete sind situationsbezogen und kommen direkt aus unserem Alltag. Das Müttergebet ist zum festen und erquickenden Bestandteil meiner Woche geworden. Das Entstehen unserer Gebetsrunde hingegen ist ein Zeichen von Gottes Gnade. Ich erkenne darin, dass Gott für mich sorgt …

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Autor:
  • Sandra Lobnig
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