„Humor ist eine wichtige Eigenschaft des Glaubens"

SONNTAGs-Jause
Ausgabe Nr. 94
  • Sonntagsjause
Autor:
Wolfgang Moser Porträt
In der SONNTAGs-Jause gibt der ständige Diakon persönliche Einblicke in sein Familienleben und in seine Leidenschaft für den Wiener Stephansdom. ©Sophie Lauringer
Wolfgang Moser bei der Arbeit, Blätter in der Hand
Als erfahrener Zeremoniär von Kardinal Schönborn bereitet Wolfgang Moser aktuell die Bischofsweihe von Josef Grünwidl vor und hat dabei alle Hände voll zu tun. ©Stephan Schönlaub
Indische Ordensschwestern
Die "Zuckerbäckerinnen": Die Ordensschwestern aus Indien, die den Haushalt im Erzbischöflichen Palais führen, backen für jeden Mitarbeiter zu dessen Geburtstag oder Namenstag einen Kuchen nach Wunsch. ©Sophie Lauringer

Am 11. Jänner 2026 ist Wolfgang Moser zu Gast in der SONNTAGs-Jause. Der Zeremoniar des Wiener Erzbischofs hat zur Kaffeejause eine Schokoladentorte mitgebracht.

Er sieht sich selbst als eine Art „Regisseur" der Liturgie: Er bereitet Gottesdienste so akribisch vor, dass sich der Bischof ganz auf das Wesentliche konzentrieren kann, während Moser im Hintergrund die Fäden zieht. Besonders aktuell ist seine Arbeit durch die bevorstehende Bischofsweihe von Josef Grünwidl am 24. Jänner 2026, bei der er als einer von drei Zeremoniären ganz vorne mit dabei sein wird.

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Von Ordnung, Fehlern und Humor

Moser beschreibt sich selbst als ein „bisschen Monk-mäßig“, in Anlehnung an die Serien-Figur des neurotischen ordnungsliebenden Monk,  und betont seine Vorliebe für klare Strukturen. Er findet, dass Strukturen Freiheiten ermöglichen.

„Strukturenordnung hilft einem, den Alltag besser zu bewältigen, und hilft einem auch in der Liturgie, den roten Faden zu haben und die Feier genießen zu können“, erklärt er im Gespräch. Dabei bleibt er menschlich: „Wenn eine Feier gut vorbereitet ist, darf es auch kleine Fehler geben. Diese gehören einfach zum Menschsein dazu."

Ein zentraler Pfeiler seines Wirkens ist zudem der Humor, den er als eine wichtige Eigenschaft des Glaubens betrachtet.

Wolfgang Moser hat eine Leidenschaft für den Stephansdom

Neben seiner Tätigkeit als Zeremoniar ist Moser ein profunder Kenner des Stephansdoms und wirkt auch als Reliquienbeauftragter der Erzdiözese Wien. Für ihn sind Heilige übrigens keine „Superhelden“. 

Er betreut einen Schatz von bis zu 1.500 gesammelten Partikeln und versucht, den Menschen einen haptischen und bodenständigen Zugang zu diesen alten Traditionen zu vermitteln.

 

Wolfgang Mosers Lieblingstorte

Bei Kaffee und einer saftigen Schokoladentorte – seinem erklärten Lieblingskuchen, der traditionell von indischen Ordensschwestern im Erzbischöflichen Sekretariat anlässlich seines Geburtstags gebacken wird – gibt Moser tiefe Einblicke in seine Arbeit, sein Glaubens- und in sein Privatleben als verheirateter Familienvater.

 

Schokoladentorte
©Sophie Lauringer

Rezept: Schokotorte

 

Zutaten

 

Teig:

  • 140 Gramm Butter
  • 140 Gramm Schokolade
  • 4 Dotter
  • 4 Eiklar
  • 140 Gramm Staubzucker
  • 80 Gramm Weizenmehl
  • 40 Gramm Stärkemehl

 

Glasur:

  • 200 Gramm Kochschokolade
  • 3 Esslöffel Butter
  • Marillenmarmelade

 

Zubereitung

  • Butter flaumig rühren, die im Wasserbad geschmolzene Schokolade nach und nach einrühren
  • Die Dotter und den Zucker hinzufügen, für 30 Minuten sehr schaumig rühren
  • Zuletzt die gemischten Mehlarten mit dem steifen Schnee unterziehen
  • In befetteter und bemehlter Tortenform bei Unterhitze (175 Grad) langsam für 1 Stude backen
  • Nach Erkalten den Kuchen dünn mit einer Schicht heißer Marillenmarmelade bestreichen und mit der Schokoladenglasur überziehen.

 

Rezept: Abgewandelt nach "Kochen nach Grundrezepten" von Maria Voigt

Autor:
  • Sophie Lauringer
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