Hofberichterstattung
Ihnen gesagt
Der SONNTAG versteht sich als „Wegbegleiter durch Glaube und Leben“. Als solcher will er – durch ein christliches Menschenbild – „seriöse religiöse Berichterstattung“ und „tiefgehende Einblicke in Kultur, Wissenschaft“ und „das tägliche Leben“ bieten. Ein Medium also, das aus einer christlichen Grundhaltung heraus Themen betrachtet und aufbereitet. Das liest man in unserem Leitbild.
Der SONNTAG: Kein Organ einer Hofberichterstattung
Interessant ist, dass ein Wort im gesamten Leitbild fehlt: Kirche. Nicht aus bewusster Abneigung, sondern aus dem Selbstverständnis heraus, dass „Der SONNTAG“ alles sein will, nur kein Organ einer „Hofberichterstattung“. Das ist umso verständlicher, als dass Hofberichterstatter hochdotierte Posten im höfischen Gefüge waren, „Der SONNTAG“ aber bekanntlich keine Zuwendungen finanzieller Art mehr von der Erzdiözese bekommt.
Keine Beschränkung auf Hofberichterstattung
Umso mehr freut sich unsere Redaktion, wenn wir von unserem Erzbischof bei einem Treffen mit der interimistischen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher mit den Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften vergangene Woche hören: „Kirchliche Medienpräsenz darf sich nicht auf ‚Hofberichterstattung‘ beschränken. Kritischer Religionsjournalismus ist hilfreich und für mich auch wünschenswert, sofern er fair ist und auf solider Recherche beruht.“ Wir fühlen uns hier als katholisch-diözesanes Medium sehr bestätigt und danken für diese Rückendeckung. So kann ich Frau Thurnher nur zustimmen: Man betreibe „unabhängigen Religionsjournalismus“ mit Hingabe. Schöner hätte ich es nicht formulieren können. Und lieber ORF, alle Kirchenzeitungen des Landes zusammen mit einer Auflage bis 120.000 Stück geben Ihre Programmtipps Woche für Woche an die interessierten Leserinnen und Leser weiter – ganz unabhängig!