Hofberichterstattung

Ihnen gesagt
Ausgabe Nr. 17
  • Meinung
Erzbischof Josef Grünwidl beim Treffen mit ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher.
Erzbischof Josef Grünwidl beim Treffen mit ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. ©kathpress/Klaus Titzer

Chefredakteurin Sophie Lauringer über die Arbeit der Kirchenmedien und warum es sich dabei nicht um "Hofberichterstattung" handelt.

Der SONNTAG versteht sich als „Wegbegleiter durch Glaube und Leben“. Als solcher will er – durch ein christliches Menschenbild – „seriöse religiöse Berichterstattung“ und „tiefgehende Einblicke in Kultur, Wissenschaft“ und „das tägliche Leben“ bieten. Ein Medium also, das aus einer christlichen Grundhaltung heraus Themen betrachtet und aufbereitet. Das liest man in unserem Leitbild. 

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Der SONNTAG: Kein Organ einer Hofberichterstattung

Interessant ist, dass ein Wort im gesamten Leitbild fehlt: Kirche. Nicht aus bewusster Abneigung, sondern aus dem Selbstverständnis heraus, dass „Der SONNTAG“ alles sein will, nur kein Organ einer „Hofberichterstattung“. Das ist umso verständlicher, als dass Hofberichterstatter hochdotierte Posten im höfischen Gefüge waren, „Der ­SONNTAG“ aber bekanntlich keine Zuwendungen finanzieller Art mehr von der Erz­diözese bekommt. 

Keine Beschränkung auf Hofberichterstattung

Umso mehr freut sich unsere Redaktion, wenn wir von unserem Erzbischof bei einem Treffen mit der interimistischen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher mit den Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften vergangene Woche hören: „Kirchliche Medienpräsenz darf sich nicht auf ‚Hofberichterstattung‘ beschränken. Kritischer Religionsjournalismus ist hilfreich und für mich auch wünschenswert, sofern er fair ist und auf solider Recherche beruht.“ Wir fühlen uns hier als katholisch-diözesanes Medium sehr bestätigt und danken für diese Rückendeckung. So kann ich Frau Thurnher nur zustimmen: Man betreibe „unabhängigen Religionsjournalismus“ mit Hingabe. Schöner hätte ich es nicht formulieren können. Und lieber ORF, alle Kirchenzeitungen des Landes zusammen mit einer Auflage bis 120.000 Stück geben Ihre Programmtipps Woche für Woche an die interessierten Leserinnen und Leser weiter – ganz unabhängig!

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