Füreinander Dasein
SONNTAGs-Jause
Eine Lourdes-Medaille hat sie als Kind begeistert, aber Linda Kreuzer hat die Kirche auf eine andere Weise in einem freiwilligen Sozialen Jahr entdeckt.
Von familiären Einschränkungen zur theologischen Frauenforschung
Linda Kreuzer studierte Katholische Theologie und Philosophie in Linz und Wien. Nach mehreren Jahren im freien Journalismus, außerschulischen Kinder- und Jugendbereich und sechsjähriger Lehrpraxis im sekundären und tertiären Bildungsbereich ist sie heute an der Universität in einer Forschungsstelle tätig. Dabei beschäftigt sie die Frage nach Ungerechtigkeit sehr.
Sie wuchs in einem Umfeld auf, in dem traditionelle Rollenbilder den Alltag prägten. Besonders die Erfahrungen der Frauen in ihrer Familie sensibilisierten sie früh für Ungleichbehandlungen. Im Frauenmonat März betont sie die oft übersehene Rolle des Christentums in der Geschichte der Frauenrechte. Viele Menschen reagierten heute auf Begriffe wie „Feminismus“ mit Ablehnung, ohne zu merken, dass die Grundideen – gleiche Rechte für alle – von ihnen durchaus geteilt werden. Sie sieht im frühen Christentum bereits positive Impulse.
Was mich am Christentum so positiv stimmt, im Bezug auf Frauenrechte, ist, dass Jesus von Anbeginn an keine Unterschiede gemacht hat.
Linda Kreuzer
Starke Frauenfiguren
Maria ist für Linda Kreuzer die wichtigste Frau in der katholischen Kirche. Sie beschreibt sie als Beschützerin und Mutter aller Menschen. Maria Magdalena bezeichnet sie als Pionierin des Christentums, als erste Zeugin der Auferstehung und als starke Verkünderin. Besonders beeindruckt sie die Haltung, Menschen auch dann beizustehen, wenn es aussichtslos scheint.
Zu einer weiteren prägenden Figur wurde für Linda Kreuzer die selige Hildegard Bruian, Gründerin der Caritas Socialis. Über Workshops und den Pfarrverband lernte sie die Organisation kennen und war tief beeindruckt von der Haltung, die dort bis heute spürbar ist. Besonders berührten sie die Arbeitsatmosphäre, die Würde im Umgang miteinander und die spürbare Präsenz der Gründerin im Geist der Einrichtungen.
Taylor Swift auf der theologischen Fakultät
Gemeinsam mit Kolleginnen entschloss sich Linda Kreuzer, das Phänomen der Pop-Ikone Taylor Swift theologisch zu untersuchen. Auslöser war das abgesagte Wien‑Konzert und die beeindruckende Präsenz der vielen jungen Fans, deren Gemeinschaftsgefühl, Symbole und Rituale auffielen. Weil die US-Sängerin in ihren Songs häufig religiöse und biblische Motive verarbeitet und selbst christlich sozialisiert ist, sah das Team darin einen spannenden Zugangspunkt.
Der daraus entstandene Workshop zeigte, wie stark solche Texte Denkprozesse anregen können. Für Linda Kreuzer ist das genau der Kern theologischer Arbeit: Religion soll zur Sprache kommen und Menschen dazu bewegen, sich damit zu beschäftigen.
Rezept: Topfenaufstrich
Zutaten:
- 250 Gramm Topfen
- ein Esslöffel Leinöl
- Haferflocken (feinblättrig)
- Leinsamen
- Kurkuma
- Salz
- Pfeffer
Zubereitung:
Alle Zutaten gut abrühren und kühl stellen.
Tipp: In den Aufstrich kann man Schnittlauch, Bärlauch oder klein geschnittene Radieschen untermischen.