Freie Religion?
Ihnen gesagt
Dienstag vor einer Woche im Wiener Rathaus: Ein Mann aus Syrien sagt zum Publikum, dass er froh sei, großzügig in Österreich aufgenommen worden zu sein. Als Arzt konnte er seine Prüfungen nostrifizieren lassen, er hat Arbeit, will in unserem Land bleiben, denn für ihn ist Österreich „eine Oase der Sicherheit“. Wie schön, so stellen wir uns doch gelungene Integration vor angesichts des bevorstehenden Nationalfeiertags. Österreich ist eine gute und freie Demokratie, wo Schutzsuchende aufgenommen werden. Doch: Als orthodoxer Christ wollte er anonym bleiben. Ebenso eine Frau aus dem Iran, die nach ihrer Flucht aus der Mullah-Diktatur in Österreich getauft wurde. Sie will ihren Glauben bekennen, aber sie ist vorsichtig. Zurecht?
Freie Religion? - "Allahu akbar"-Rufe stören Gebet
Ortswechsel in eine katholische Kirche: Für Betroffenheit sorgte vergangene Woche ein kurzer Moment in Wien. Die Gemeinde ist beim abendlichen Gottesdienst. Mittendrin stören einige muslimische Jugendliche das Gebet mit „Allahu akbar“-Rufen (Gott ist größer). Wie ordnen wir das ein? Als Bubenstreich? Oder als Beginn einer Respektlosigkeit gegenüber uns katholischen Gläubigen? Der Pfarrer ist aufgewühlt: „Wir haben doch in unserer Gemeinde aktiv in der Flüchtlingshilfe mitgetan.“ Mit den türkischen Nachbarn besteht ein freundliches Gesprächsklima. Von einer Anzeige gegen Unbekannt sieht er ab.
Sind wir in Bedrängnis?
Sind wir in Bedrängnis? Ich kann es für mich nicht definieren, aber Störungen in unseren Kirchen sind nicht zu tolerieren. Wächst so eine künftige Generation von Österreichern heran? Ist das ein Grund, den Vorfall politisch zu instrumentalisieren? Nein! Aber es war schon einmal so in Österreich, dass Menschen wegen ihres Glaubensbekenntnisses verfolgt wurden. Und das tolerieren wir als Gläubige sicher nicht wieder, egal welcher Religion gegenüber!