Es war eine friedliche Reise
Erinnerung an Jerusalem
Das erste Mal war ich als junger Diplomat, damals war ich in Madagaskar tätig, für Exerzitien im Heiligen Land“, erinnert sich Erzbischof López. Diese geistlichen Tage waren als Pilgerreise organisiert und führten den gebürtigen Spanier an die weltbekannten Orte der Bibel: nach Nazareth in Galiläa, nach Bethlehem, nach Hebron im Westjordanland. Der Ort, wo Abraham gelebt hat, ist für Christen, Juden und Muslime gleichsam ein heiliger Ort. Nuntius López mag seine prägende Gestalt als Vater der abrahamitischen Religionen: „Er hat sein Vertrauen auf das Wirken Gottes wirklich bewiesen.“
Apostolischer Nuntius: „Es war eine friedliche Reise“
Damals in den 1980er-Jahren war die Fahrt in das Palästinensergebiet übrigens ganz einfach: „Es war eine friedliche Reise“, sagt der 75-jährige Vatikandiplomat, der auf mehreren Kontinenten gelebt hat – in Indien, Nepal, Kanada und vor seiner Aufgabe in Österreich in Litauen – und immer auch einen internationalen Blick auf das Weltgeschehen hat.
Alleine am Grab Jesu beten
Weitere Fahrten ins Heilige Land ab dem Jahr 2000 hatten offiziellen Charakter, ein freier Zugang zu allen Orten war nicht mehr möglich. Aber es gab für ihn schöne Erlebnisse in Jerusalem, sagt der Nuntius: „Ich ging am Morgen gerne durch die Altstadt und konnte praktisch alleine am Sarkophag Jesu in der Grabeskirche beten.“ Das Heilige Grab hinterließ in ihm immer einen starken Eindruck: „Ich meditierte die Lesungen und ich war an dem Ort, wo die Frauen Zeuginnen der Auferstehung Jesu waren. Das ist das Wertvollste unseres Glaubens.“ Die Aufteilung der Zuständigkeiten in der Grabeskirche auf mehrere christliche Kirchen gefällt ihm dabei nicht, wie auch viele andere über die Situation vor Ort irritiert sind. Seiner Meinung nach wird Christus dadurch aufgeteilt: „Warum können wir nicht eine Kirche sein?“, sagt López. Aber die Grabeskirche ist seit 900 Jahren ein Ort der christlichen Identität geblieben.
Weltweites Gebet
Und 2026 ist zum wiederholten Mal eine Heilige Woche und ein Osterfest, an dem die Pilgerströme nicht nach Jerusalem kommen können. Frieden ist selten im Heiligen Land und in der Heiligen Stadt der Juden, Christen und Muslime. Das weltweite Gebet wird weiter gebraucht.