Ein Mutmacher in der Intensivstation

Prüller
Ausgabe Nr. 3
  • Die Kirche und ich
Autor:
Michael Prüller
©Stephan Schönlaub

Michael Prüller schreibt über Wolfgang Linharts Stärke, er war mehr als 40 Jahre Chef vom Dienst beim SONNTAG, da er in schwierigen Situationen immer unerschütterlich meinte : „Ich weiß mich in Gottes Hand – und damit geht‘s ganz gut.“

Der Name Wolfgang Linhart wird den meisten Abonnentinnen und Abonnenten ein Begriff sein. Er war mehr als 40 Jahre lang Redakteur des SONNTAG. Und er war ein ganz besonderer Mensch. Er ist – die Chefredakteurin hat es schon in der vorigen Ausgabe geschrieben – in den ersten Tagen des neuen Jahres an seiner langwierigen Krebserkrankung gestorben. Auf seinem Partezettel steht der wunderbare Satz, von Dietrich Bonhoeffer in der Gestapohaft geschrieben: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Ich hatte dazu mit Wolfgang ein persönliches Erlebnis, das mir bis heute Kraft gibt:

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Es war im St.Pöltner Spital vor einigen Jahren. Die erste schwere Erkrankung, die unseren Wolfgang heimgesucht hatte, war eine lebensgefährliche Folge einer Gehirnblutung. Ich kann mich an die genauen medizinischen Erklärungen nicht mehr erinnern, die Wolfgang mir gab, als ich ihn am Krankenbett besuchte. Er lag in der Intensivstation, weil er unter ständiger Beobachtung stehen musste, weil jederzeit eine falsche Bewegung ihn relativ schnell ums Leben bringen konnte. Das erzählte er mir in seinem typischen interessiert-fröhlichen Tonfall. Auf meine Frage, ob er in dieser so brisanten Lage wirklich so unerschütterlich sei, wie es den Anschein hat, antwortete er mir: „Ich weiß mich in Gottes Hand – und damit geht‘s ganz gut.“

Wolfgang Linhart hat Stärke gezeigt

Es gibt Begegnungen im Leben, da denkt man sich: So möchte ich in einer solchen Situation auch sein! Mir ging es mit Wolfgang damals so. Ich stelle mir seitdem immer wieder die Frage: Pflege ich meine Gottesbeziehung so, dass ich mich im Ernstfall einmal wirklich in seiner Hand „wunderbar geborgen“ fühlen kann? Wolfgang hat mir damals gezeigt, dass es möglich ist. Größten Dank dafür! 

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  • Michael Prüller
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