Ein klappernder Totenschädel
Anekdoten
Um ja täglich an die eigene Endlichkeit erinnert zu werden, ließ einst Propst Andreas Mosmiller (1616–1629) für seinen Schreibtisch eine Besonderheit als Memento Mori, als Erinnerung an die Sterblichkeit, anfertigen. Zunächst hört es sich harmlos an: Es handelt sich um eine Tischuhr, die vom Augsburger Silberschmied Paul Wahl angefertigt wurde.
Silberner Totenschädel
Die Uhr symbolisiert die verrinnende Zeit. Spannend macht sie, dass sie auf einem Dreibein steht. Das Dreibein symbolisiert die Kreisläufe Geburt – Leben – Tod. Skurril ist aber die Gestalt der Uhr: Es handelt sich um einen silbernen Totenkopf, der auf zwei Knochen ruht. Der Schädel ist oben angeschnitten, in ihm befindet sich das Ziffernblatt. Doch damit nicht genug. Zu bestimmten Zeiten klapperte der Kiefer des Schädels und aus einer Augenhöhle schaute ein kleiner Wurm heraus, ähnlich wie bei einer Kuckucksuhr. Klingt gruselig, aber dem damaligen Propst dürfte das gefallen haben.
Der aktuelle Propst Anton Höslinger hingegen hat diese Uhr nicht auf seinem Schreibtisch stehen. Sie hat einen sehr würdigen Platz in der Schatzkammer gefunden, wo sie von den Besuchern bestaunt werden kann.
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