Der Papst wedelte 100 Mal

Anekdoten
Ausgabe Nr. 6
  • Heiter bis heilig
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Fast inkognito: Johannes Paul II. mit schützender Sonnenbrille auf dem Adamello.
Fast inkognito: Johannes Paul II. mit schützender Sonnenbrille auf dem Adamello. ©Quirinale.it, Attribution,commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115740254

Papst Johannes Paul II. liebte Sport – und er liebte es, heimlich aus dem Vatikan auszubüxen, um diesen auszuüben. In der analogen Zeit war das möglich.

Besonders liebte Johannes Paul II. eine Sportart, deren Ausübung in Rom völlig unmöglich war: Skifahren. Das nächstgelegene Skigebiet war rund 150 km entfernt in Ovindoli. Dabei wurde er stets von engen Mitarbeitern begleitet, die ihn in einem unauffälligen Auto aus dem Vatikan fuhren und sich oft eine Zeitung vors Gesicht hielten, um ihn abzudecken. Der Papst freute sich beim ersten Mal ganz besonders. Sein Sekretär Dziwisz zitierte ihn: „Wir haben es getan!“

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Papst im Skianzug

Der Papst kleidete sich unauffällig wie ein durchschnittlicher Wintersportler und trug eine Sonnenbrille. Zur Sicherheit stand in der Schlange beim Skilift ein Vertrauter hinter und ein weiterer vor ihm. 

Enttarnt

Nur einmal ist er von einem etwa zehn Jahre alten Buben erkannt worden. Er rief: „Der Papst, der Papst!“ Er wurde aber zu seinen Freunden zurückgeschickt. Erst auf spätere Ausflüge sind Polizisten aus dem Vatikan mitgekommen. Die sind in ihren Uniformen hinter ihm die Pisten hinuntergewedelt.

Das Kunststück, heimlich Ski zu fahren, soll Papst Johannes Paul II. mehr als 100 Mal geglückt sein. 

©Wiener Domverlag

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  • Bernadette Spitzer
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