Der Herr des Schlüsselbundes

Anekdoten
Ausgabe Nr. 20
  • Heiter bis heilig
Autor:
Domarchivar Reinhard Gruber: „Im Domarchiv gibt es schon ab dem 14. Jahrhundert aufschlussreiche Inventare, zunächst für die Reliquiensammlung, dann auch für die Ausstattung des Stephansdomes.“ ©Domarchiv St. Stephan

Domarchivar Reinhard Gruber kann man seit Jahrzehnten ohne Untertreibung als „Lebendinventar“ des Stephansdoms bezeichnen. Sein Weg von Tirol zum Inhaber eines Domschlüssels war fast prophetisch.

Im September 1983 war in  Wien ein Katholikentag, dessen Höhepunkt der Besuch von Papst Johannes Paul II. war. Grund genug für Familie Gruber, von Stams nach Wien zu fahren. Der 12-jährige Reinhard durfte mit. 

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Treffen aller Diözesen beim Dom

Am ersten Abend gab es ein Treffen aller Diözesen am Stephansplatz. Nach einer Begrüßung durch Kardinal Franz König läuteten die gewaltigen Glocken des Domes. Das hat den Buben sehr beeindruckt. Die Kirche war voller Menschen im Gebet und strahlte etwas Besonderes aus. Reinhard durfte leise und vorsichtig kurz nach vorne gehen und sich umsehen. Er hatte noch nie zuvor gotische Architektur gesehen und es war eine Mischung aus beeindruckt und überfordert. Eines war ihm klar: „Ich möchte einmal einen Schlüssel zu dieser Kirche haben.“  Zwölf Jahre später begann Reinhard Gruber seinen Dienst im Dom. Nach und nach bekam er immer mehr Schlüssel bis hin zum Generalschlüssel. Und obwohl das Schlüsselsystem inzwischen verfeinert worden ist, hat er noch immer einen riesigen Schlüsselbund.

©Wiener Domverlag

Buchtipp: Beten, Herr Pfarrer!

Weitere lustige Anekdoten finden Sie in "Beten, Herr Pfarrer!" von Bernadette Spitzer.

 

Beten, Herr Pfarrer! – Anekdoten zwischen Alltag und Altar. Von Bernadette Spitzer, 176 Seiten, ISBN: 978-3-85351-332-3, EUR 27,00 

 

Hier geht es zur Buchbestellung

Autor:
  • Bernadette Spitzer
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