Wer schützt Christen in Österreich?

Meinung: Marina Soliman
Ausgabe Nr. 40
  • Meinung
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"Meinem Sohn wurde eine Kette mit einem Kreuz in den Mistkübel geschmissen." ©Daniel Reche
Marina Soliman und Vorstand Jan Ledóchowski von der Plattform Christdemokratie ©Plattform Christdemokratie

Erleben wir in Österreich eine Welle des Hasses? Hochrangige Politiker äußern sich zuletzt verstörend. Marina Soliman stellt eine Frage: „Wer schützt die Christen in unserer Gesellschaft?

Marina Soliman ist Initiatorin der Petition zur Gründung einer österreichweiten Meldestelle für Christenfeindlichkeit.

Plötzlich geht es Schlag auf Schlag. Am 13. Juni werden Aufrufe zur Kreuzverbrennung des neuen SPÖ- Vorsitzenden Andreas Babler publik. Kurz danach wird am 3. Juli ein Gebetsgarten in Wien verwüstet. Wenig später folgen verbale Entgleisungen des Vizekanzlers, dass Hexenverbrennungen in der katholischen Kirche normal seinen. Ein geplanter Anschlag zweier islamistischer Jugendlicher auf christliche Mitschüler erlangt medial kaum Aufmerksamkeit. Seither geht mir nur noch eine Frage durch den Kopf: „Wer schützt die Christen in unserer Gesellschaft“?

Ich bin selber orientalische Christin und weiß ganz genau, was es heißt, wenn Glaubensbrüder und -schwestern wegen ihres Glaubens verachtet, diskriminiert und verfolgt werden. Leider holt uns das nun auch in Österreich ein. Jan Ledóchowski, Präsident der Plattform Christdemokratie, und ich haben uns intensiv mit dieser Frage beschäftigt und fanden darauf nur eine Antwort. Wir Christen müssen selbst für unseren Schutz einstehen. Deshalb haben wir eine Petition zur Einführung einer öffentlichen Meldestelle für Christenfeindlichkeit gestartet. Diese soll uns Christen als Anlaufstelle dienen, um strafrechtlich wirksame wie auch alltägliche Fälle, wie Verächtlichmachung oder unangebrachte Kommentare, melden zu können. Im Zuge der Petition wurden wir von betroffenen Christen mit Meldungen überschüttet. Lassen Sie mich symbolisch eine Geschichte weitergeben: „Meinem Sohn wurde eine Kette mit einem Kreuz (die er zur Erstkommunion bekommen hatte!) in den Mistkübel geschmissen. Die Reaktion der Volksschule: Er solle sich einordnen, da mehr islamische Schülerinnen und Schüler in der Schule sind. Es wurde ignoriert und belächelt. Später erfuhr ich, dass sich das Kind auch in Vereinen nicht duschen wollte, denn auch dort war er anders: Da mein Sohn nicht beschnitten ist, wurde er ausgelacht. Ich habe meine Kinder nach diesem Vorfall in privaten Schulen angemeldet – dafür zahle ich viel Geld.“ – Ich bin erschüttert, dass das in Österreich passiert! Gerade davor sind meine orientalischen Mitbürger aus ihrer Heimat geflohen und haben ihr gesamtes Hab und Gut sowie ihre Liebsten zurückgelassen. Nun soll sich das nicht auch hier wiederholen.

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung der Autorin aus!

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Autor:
  • Marina Soliman
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