Weltkirchliche Begegnungen rund um die Bischofsweihe
Von Ecuador bis zu den Philippinen
Anlässlich der Bischofsweihe von Josef Grünwidl kamen die Bischöfe der Partnerdiözesen der Erzdiözese Wien in Ecuador, Kenia und den Philippinen nach Wien.
Weltkirchliche Begegnungen in der Erzdiözese Wien
Die Feier der Bischofsweihe im Stephansdom hat mich sehr berührt – meine eigene Berufung und Ernennung zum Bischof wurden lebendig und erneuert, es war eine spirituell sehr bereichernde Erfahrung“, erklärt John Mbinda Makau, Bischof der Partnerdiözese Lodwar im Nordwesten Kenias. Wenige Tage nach der Weihe hatte Erzbischof Grünwidl die Partner aus dem Globalen Süden zu einem Mittagessen zu sich eingeladen – die erste Gelegenheit, einander persönlich kennenzulernen und über die Partnerschaft zu reden. „Ich hatte den Eindruck, dass diese persönliche Begegnung wegweisend für unsere weitere Partnerschaft sein wird. Wir haben schnell zueinander gefunden und Erzbischof Grünwidl erwies sich als guter Zuhörer, äußerst interessiert an den Zeugnissen aus unserer so anders gearteten Kirchenrealität“, sagte John Mbinda Makau: „Ich bin zuversichtlich, dass sich unsere Partnerschaft auf Basis dieser Begegnung auf Augenhöhe gut weiterentwickeln wird.“ Die Gäste aus den Partnerdiözesen waren während ihres einwöchigen Aufenthalts im Wiener Priesterseminar untergebracht. John Mbinda Makau: „Unser Aufenthalt im Priesterseminar gab uns die Gelegenheit, ein Stück weit am Alltag der Seminaristen teilzuhaben. Die internationale Zusammensetzung der Seminaristen hat mich angenehm überrascht – das ist das Gesicht unserer Kirche von heute: weltkirchlich – international; katholisch – allumfassend.“
„Wir sind nicht allein“
Bischof Gustavo Rosales ist seit 31. Jänner 2025 Bischof der Partnerdiözese San Jacinto in Ecuador. Er war zum ersten Mal in Wien. Das Zentrum seiner Diözese liegt in einem der am schwersten von Gewalt betroffenen Gebiete Ecuadors. Welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die Partnerschaft mit der Erzdiözese Wien hat? „Inmitten dieser schwierigen und herausfordernden Situation spüren wir: Wir sind nicht allein. Das gibt uns Rückhalt und Stärke, hält uns und unsere Geschwister in der Diözese am Leben.“ Bischof Rosales charakterisiert die Partnerschaft so: „Die von der Erzdiözese Wien unterstützten Projekte bieten Auswege aus der Not. Auf diese Weise arbeiten wir gemeinsam am Auftrag Jesu“, unterstreicht er: „Die Reise nach Wien war für mich eine gute Gelegenheit, jene kennenzulernen, die diese Zusammenarbeit ermöglicht haben. Die Nähe, die ich hier erlebt habe, und die vertrauensvollen Gespräche, die ich führen konnte, gaben mir den Eindruck, kein Fremder zu sein.“
„Die Nähe und die Gespräche gaben mir das Gefühl, kein Fremder zu sein.“
Bischof Gustavo Rosales
Wissen über pflanzliche Heilmittel stärken
Der emeritierte Bischof Bernardino Cortez aus der Prälatur Infanta auf den Philippinen – er war in Vertretung des seit September amtierenden Bischofs Dave Dean Capucao nach Wien gekommen – sieht die bestehende Partnerschaft als „Aktionsgemeinschaft“: „Unsere Partnerschaft ist keine Partnerschaft bloßer Worte, sondern eine Partnerschaft ‚in action‘. Der spürbare Rückhalt und die vorhandene Kompetenz auf der Seite unserer Partner in Wien stärken uns als Kirche auf den Philippinen angesichts gewaltiger Herausforderungen.“ Die Partnerschaft zwischen Wiener Neustadt und Infanta, die von Weihbischof Florian Kuntner und Bischof Julio Labayen vor über 40 Jahren grundgelegt wurde, war Vorreiter der heutigen weltkirchlichen Partnerschaften der Erzdiözese Wien. „Als Kirche der Armen suchen wir Wege, mit einfachen Mitteln Lösungen für die dringenden Bedürfnisse der Menschen zu finden“, sagt der Bischof: „Ein Beispiel dafür: Klassische medizinische Behandlung ist für arme Menschen auf den Philippinen in vielfacher Hinsicht unerreichbar. Wir haben entdeckt, dass es besonders unter den Frauen ein gewaltiges Wissen über natürliche Heilmethoden gibt. So fördern wir diese Frauen in der Weiterentwicklung der Kräuterheilkunde und in der Zubereitung pflanzlicher Heilmittel. Das ist eine Form der Entwicklung, welche mit den vorhandenen einfachen Mitteln möglich ist, die Eigenständigkeit stärkt und allen Menschen Heilung ermöglicht.“