Teuerung: Was brauchen Österreichs Familien?

Katholischer Familienverband
Ausgabe Nr. 2
  • Meinung
Autor:
Alarmierende Lücken: Österreichs Kampf gegen Familienarmut. ©Andrea Piacquadio
Peter Mender
Peter Mender ist Präsident des Katholischen Familienverbandes und zweifacher Familienvater. ©KFÖ

Österreichs Familien stehen vor großen Herausforderungen: Unzureichende Unterstützung und steigende Armutsgefahr – ein dringender Handlungsaufruf.

Seit Jahresbeginn dürfen sich Familien über eine Erhöhung der Familienbeihilfe und anderer Familienleistungen um knapp 10 Prozent freuen. Denn seit dem Jahr 2023 werden Familienbeihilfe und Co – wie Pensionen oder Parteienförderungen – endlich auch jährlich wertangepasst.

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Dennoch gilt es besonders vulnerable Familienkonstellationen wie Mehrkindfamilien und Alleinerziehende gut im Blick zu behalten. Von den knapp 240.000 Paarfamilien mit drei und mehr Kindern ist jede vierte Familie armutsgefährdet. Die Politik muss daher bei allen Entlastungsmaßnahmen berücksichtigen, wie viele Menschen in einem Haushalt leben! Längst überfällig ist auch eine Reform des Mehrkindzuschlages, der für drei und mehr Kinder gewährt wird.

Handlungsbedarf gibt es aus meiner Sicht auch bei den Frauenpensionen. Eine von uns in Auftrag gegebene repräsentative Studie hat gezeigt, dass 72 Prozent der Eltern ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, weil sie gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Um Eltern (derzeit sind es vor allem Mütter) vor Altersarmut zu bewahren, ist eine bessere Bewertung der Elternteilzeit für die Pension notwendig.

Einen großen Fokus müssen wir auch auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen richten. Wichtig wäre eine Aufstockung der Stellen für Psychotherapie und eine Kostenübernahme der Therapie durch die Krankenkassen. Hilfreich wäre auch eine psychotherapeutische Anlaufstelle an Schulen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Unterstützung der Familien im Umgang mit Social Media und dem Internet. Hier möchten wir einen Leitfaden anbieten, der Familien praxisnahe Tipps gibt, wie sie ihre Kinder in der digitalen Welt begleiten und unterstützen können. Dieser Leitfaden zielt darauf ab, die Chancen des Internets verantwortungsvoll zu nutzen ohne die Risiken außer Acht zu lassen.

Zusätzlich möchten wir uns dem Thema gesunde Ernährung widmen. Wir vom Katholischen Familienverband fragen uns, wie wir Familien in diesem Bereich bestmöglich unterstützen können. Optimal wären Online-Workshops, Informationsmaterialien und Beratungsdienste, um Familien zu helfen, gesunde Essgewohnheiten zu entwickeln und zu erhalten.

Peter Mender ist Präsident des Katholischen Familienverbandes und zweifacher Familienvater.
Der Kommentar drückt die persönliche Meinung des Autors aus.

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