Verantwortung

Ihnen gesagt
Ausgabe Nr. 39
  • Meinung
Symbolbild Ordensfrau
Verantwortung füreinander ist ein besonders hoher Wert in Ordensgemeinschaften. ©Rupprecht/kathbild.at

Chefredakteurin Sophie Lauringer über Verantwortung und die drei goldigen Goldensteiner Ordensschwestern.

Diese Woche bin ich in den sozialen Medien in die Kommentier-Falle gestolpert. Zunächst lese ich ein für mich zumeist irritierendes Posting, dann schreibe ich einen Kommentar, der wieder kommentiert wird und ich kommentiere der kommentierenden Person. Schließlich schreibt der Autor des ursprünglichen Posts einen Kommentar unter unsere Kommentare. Am Ende des Tages führt es zu mehr Ärger in mir. 

Werbung

Wo beginnt Verantwortung?

Warum ich mitmache? Es gibt Grenzüberschreitungen, wo ich nicht über meinen Schatten springen kann. Zuletzt war es die Ahnungslosigkeit der Claqueure bei den goldigen Goldensteiner Schwestern, die ihr altes Kloster wieder in Besitz genommen haben. Von säkularen Medien und politischen Akteuren kann ich nichts anderes erwarten.

Aber dass Menschen, die die Kirche und ihre für Außenstehenden sicher manchmal mehr als erklärungsbedürftigen Regeln und Verhaltensweisen kennen, einfallen in den Applaus und die Mär der selbstbestimmten Schwestern verbreiten, lässt mich ratlos zurück. 

Wer hat sich um die alten Ordensfrauen in aller Verantwortung gekümmert?

Was mich dazu mehr als nachdenklich macht? Niemand hat sich während der vergangenen Jahre um die drei betagten und kranken Ordensfrauen gekümmert – außer die jetzt als Bösewichte verleumdeten Ordensoberen, weibliche wie männliche. Man möchte nicht immer in der Verantwortung stehen. Und gerade das haben jene jahrelang getan, verantwortlich gehandelt. Sie erwarten dafür sicher keinen Applaus oder Zigtausende Follower auf Instagram wie die rührigen alten Damen, die sie jetzt vorführen.

Ich breche aber eine Lanze für alle, die mit viel Herzblut in ihren Gemeinschaften für Schwächere und Ältere da sind nach bestem Wissen und Gewissen, ganz selbstverständlich, für Gottes Lohn und fernab von jeglicher Aufmerksamkeit.

Das Positive daran: Sie werden es künftig weiter so machen. Und das ist gut so, um ein oft gebrauchtes Wort zu zitieren. 

Schlagwörter
Werbung

Neueste Beiträge

| Meinung
Meinung

Die Fachtagung „Mythos Kopftuch! Religiöse Bedeutungen und gesellschaftliche Konfliktlinien“ von IITS und CEMIST eröffnete einen institutionellen Raum, in dem Akteurinnen und Akteure aus Theologie, Politik, Pädagogik, Medien und der Islamischen Glaubensgemeinschaft zusammenkamen, um ein hoch polarisiertes Thema jenseits enger Deutungsräume zu verhandeln.

| Chronik
Sehenswert

Was war los in Wien und Niederösterreich?

| Spiritualität
Glaubenszeugnis

Kein Religionsunterricht an der Mittelschule: Matthias J. Pernerstorfer, 50, aus Essling entschied, neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler Religionslehrer zu werden.