Ohne Akkreditierung in den Vatikan

ANEKDOTEN
Ausgabe Nr. 25
  • Heiter bis heilig
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1996 erhielt der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn das Pallium.
Grosser Moment: 1996 erhielt der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn das Pallium, festgehalten von Wolfgang Linhart für die Wiener Kirchenzeitung. ©Wolfgang Linhart

Mit etwas Witz und Verstand gelang es Wiener Kirchenzeitung Redakteur Wolfgang Linhart auch ohne Akkreditierung in den Vatikan zu kommen.

Das Pallium ist eine weiße wollene Stola, die mit sechs schwarzen Kreuzen bestickt ist und Erzbischöfen vom Papst persönlich überreicht wird. Sie sind äußeres Zeichen ihres Amtes. Die Übergabe findet traditionell am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus in Rom statt, also jährlich am 29. Juni.

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1996 bekam der damalige Wiener Erzbischof Christoph Schönborn sein Pallium überreicht. Zu diesem besonderen Anlass schickte die Wiener Kirchenzeitung Redakteur Wolfgang Linhart nach Rom. Aus nicht mehr eruierbaren Gründen hatte er keine Akkreditierung und durfte daher nicht in den Vatikan. So stand er in der Nähe des Eingangs und konnte nur hilflos zuschauen, wie andere eingelassen wurden.

Ohne Akkreditierung in den Vatikan

Dabei fiel ihm etwas auf: Die Akkreditierung bestand aus einem weißen Schildchen, das die Personen, die hinein wollten, bei sich trugen. Und so eines hatte er zufällig auch. Es stammte vom Papstbesuch in Wien 1988, und drauf stand geschrieben: „Ja zum Glauben – Ja zum Leben.“ Einen Versuch war es wert, befand Linhart. Und es gelang. Die Schweizergardisten, die den Eingang bewachten, interessierten sich nicht dafür, was auf dem Schildchen stand, sondern nur dafür, ob man eines angesteckt hatte. Linhart kam unbehelligt durch und gelangte bis in den zweiten Stock zu dem Saal, wo die Erzbischöfe versammelt waren.

Weg frei dank dem Erzbischof

Beim Saaleingang stießt er allerdings auf einen strengeren Gardisten, der sein Schildchen genauer betrachtete und ihn fragte: „Ja zum Glauben – Ja zum Leben….. und damit wollen Sie HIER herein?“
Es gab kein Durchkommen. Linhart warf einen verzweifelten Blick in den Saal. So nahe am Ziel… Da erblickte er im Saal den Erzbischof. Er winkte ihm zu und deutete ihm, dass es ein Problem gab. Schönborn verstand. Er winkte ihn zu sich. Der Gardist gab den Weg frei. Bis heute freut sich Wolfgang Linhart darüber, dass er es geschafft hat, ohne Akkreditierung in den Vatikan zu gelangen. Dass er besonders schöne Fotos machte, ist selbstredend.

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Autor:
  • Bernadette Spitzer
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