Nicht ohne mein Vanillekipferl

Der Duft von Weihnachten
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großes Vanillekipferl mit Figuren: zwei Kinder mit der Rodel und ein Schneemann
Sie gehören zu den beliebtesten Keksen für Weihnachten: die Vanillekipferl. ©iStock/Fentino
Vanillekipferl werden aufs Ofenblech gelegt
Auf Platz 1: Omas Vanillekipferl ©iStock
braune Vanillekipferl
Auf Platz 2: Vanillekipferl mit Vollkornmehl ©iStock
helle Vanillekipferl auf Teller
Auf Platz 3: vegane Vanillekipferl ©iStock

Sie gehören zu den beliebtesten Keksen für Weihnachten: die Vanillekipferl. Rezepte für die gebogene Köstlichkeit gibt es zuhauf. Wir haben in diesem Jahr drei ganz spezielle für Sie getestet.

Es duftet in meiner Küche: nach Zucker, Vanille und Butter. Aus unserer Stereoanlage schallen Weihnachtslieder. Seit gut vier Stunden gehe ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nach: Ich backe. Und ich backe nicht irgendetwas, sondern die erklärten Lieblingsweihnachtskekse von Herrn und Frau Österreicher: Vanillekipferl.

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Vanillekipferl einmal anders

Unzählige verschiedene Rezepte finden sich für das beliebte Weihnachtsgebäck. Google etwa verspricht mir unter den Stichworten „Vanillekipferl Rezept“ 270.000 Einträge. Für mich ist und bleibt das Rezept meiner Oma das Nonplusultra: Weizenmehl, Zucker, Butter, geriebene Haselnüsse – oder auch Mandeln – und ein Eigelb. Fertig. Mehr braucht der perfekte Vanillekipferlteig meiner Meinung nach nicht.Doch mit den unterschiedlichen Essgewohnheiten vor allem auch meiner Familie und meiner Freunde sind mir in den vergangenen Jahren auch immer wieder andere Rezepte aufgefallen. Ganz selbstverständlich kommen da die Vanillekipferl auch in der Vollwertvariante daher oder in veganer Version.

Und wer sich jetzt fragt, ob Vanillekipferl ohne Weizenmehl oder ohne Butter auch schmecken, dem geht es da nicht anders als mir. Wenn ich da an mich denke: Meine Kompromissbereitschaft, was ich als „echtes Vanillekipferl“ akzeptiere, ist wohl eher klein.

Die Sehnsucht nach Vanillekipferln

Aber prinzipiell, muss sich sagen, finde ich Adaptierungen alter Rezepte interessant und in vielen Fällen sind sie wohl auch notwendig. Wer keine Lactose verträgt oder Weißmehl vermeiden möchte, muss auf Alternativen zurückgreifen – darf sich aber doch trotzdem nach Vanillekipferln sehnen. Wem eine vegane Ernährung ein Herzensanliegen ist, der wird in jeder Lebenslage auf Eier und Butter verzichten wollen – aber vielleicht nicht auf Vanillekipferl.

Ein Selbstversuch

Und so beschloss ich, einen Selbstversuch zu starten – sozusagen einen sehr persönlichen Vanillekipferltest. Neben dem Rezept meiner Oma wollte ich eine Vollwertvariante und eine vegane Version von Vanillekipferln ausprobieren. Rezepte dafür waren schnell gefunden und die Zutaten schnell gekauft. Vollkornmehl und Rohrohrzucker, aber auch milchfreie Butter werden mittlerweile in allen gängigen Supermärkten angeboten. Selbst in Bio-Qualität ist alles schnell und einfach zu bekommen.

Das große Backen

Einen Supermarktbesuch später stand ich deshalb in meiner Küche. Bereit, in neue Dimensionen des Vanillekipferluniversums einzutauchen. Ich wog Butter und Mehl in diversen Ausprägungen, mischte Mandeln und Vanillemark dazu, schlug Eier auf und knetete – und war nach einigen Stunden des Teigrastens, was auch alternative Vanillekipferlteige schätzen, bereit, mein Können beim Kipferlwuzeln unter Beweis zu stellen. Die Beschaffenheit der Teige, das merkte ich schnell, war bei allen drei Rezeptvarianten gleich angenehm. Alle drei Teige waren ausnahmslos gut zu verarbeiten: Kein Pickenbleiben auf der Arbeitsplatte oder den Fingern, das Wuzeln und Kipferl-Formen ausnahmslos einfach. Das Backen war sowieso kein Problem. Nur beim anschließenden Wälzen in Vanillezucker zeigten sich die Vollkornkipferl ein bisschen kapriziös – sprich der Zucker haftete nicht ganz so wie gewohnt.

Jetzt wird gekostet

Und der Geschmack? Eines ist klar: Mit jedem der drei Rezepte lassen sich ausgezeichnete Weihnachtskekse produzieren.
Auf Platz 1 landen bei mir ganz klar – und wohl auch nicht anders zu erwarten – jene, die nach dem Rezept meiner Oma gemacht sind. Zugegeben bestimmt auch deshalb, weil ich sie so zeit meines Lebens kenne und auch sehr gerne mag.
Platz 2 belegen die Vanillekipferl mit Vollkornmehl. Sie sind natürlich wesentlich „kerniger“, außerdem etwas herber im Geschmack und auch der Vanillezucker haftet eben an ihnen nicht ganz so gut wie an den gewohnten, aber alles in allem sind sie einfach gute Kekse.
Platz 3 bleibt damit der veganen Version. Auch das ein wirklich gutes Vanillekipferl – keine Frage. Aber der buttrige Geschmack fehlt mir bei dieser Variante doch sehr. Geschmacklich sind die Vollkornkipferl und auch die veganen damit keine echte Alternative zu den Kipferln meiner Oma. Dafür aber eine außergewöhnliche Erweiterung für den weihnachtlichen Keksteller.

Autor:
  • Portraitfoto von Andrea Harringer
    Andrea Harringer
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