Gottesdienst am Berg

Dem Himmel ganz nah
Ausgabe Nr. 28
  • Leben
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Glaube am Berg erleben: Pater Peter Rinderer setzt mit seiner Initative Bergpfarrer ganz besondere Akzente.
Glaube am Berg erleben: Pater Peter Rinderer setzt mit seiner Initative Bergpfarrer ganz besondere Akzente. ©Kath Kirche Vorarlberg
Das Jakobskreuz am Gipfel der Buchsteinwand im Tiroler Pillerseetal ist das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt.
Das Jakobskreuz am Gipfel der Buchsteinwand im Tiroler Pillerseetal ist das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt. ©Stefan Ringler

In ganz Österreich werden vor allem in den Sommer- und frühen Herbstmonaten auf Bergen und Gipfeln Gottesdienste gefeiert. Dem Himmel ein Stück näher, scheint das Feiern in freier Natur, rund um ein Gipfelkreuz, noch einmal eine ganz andere Dimension des Glaubens zu öffnen.

Hätten Sie es gewusst? Das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt steht in Österreich. Knapp 30 Meter misst das Jakobskreuz, das auf 1.456 Metern Seehöhe am Gipfel der Buchsteinwand im Tiroler Pillerseetal liegt und im vergangenen Herbst sein zehnjähriges Bestehen feierte. Das Kreuz dient als Aussichtsplattform, bietet aber auch Ausstellungs- und Seminarräume und – natürlich – eine eigene kleine Kapelle, in der Gottesdienste gefeiert werden. Besonders beliebt ist die, wie so oft bei Bauwerken dieser Art, für Hochzeiten – mehr als 30 werden hier jedes Jahr begangen. „Das Jakobskreuz ist seit zehn Jahren ein sichtbares Zeichen unseres christlichen Glaubens“, sagte Hansjörg Hofer, Weihbischof der Erzdiözese Salzburg, in deren Zuständigkeitsbereich das Gipfelkreuz fällt bei der Jubiläumsfeier. „Möge es auch in Zukunft Einheimische und Gäste zur Besinnung einladen und unseren Glauben stärken.“

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Am Berg zu Gott

Doch es braucht nicht immer ein monumentales Bauwerk, um Glauben am Berg zu erleben. Eine ganz andere Form, Spiritualität in der Natur zu entdecken, geht die Initiative Bergpfarrer – digital, jung und direkt an der Lebensrealität vieler Wanderfreudiger orientiert. 2021 von drei katholischen Priestern – dem Salesianerpater Peter Rinderer, dem Benediktiner Anselm Becker und Gabriel Steiner – gegründet, hat es sich die Initiative zum Ziel gemacht, Menschen dazu anzuregen, in der Natur Gottes Gegenwart zu erfahren. Einem breiten Publikum wurden die Bergpfarrer 2023 mit einem etwa einminütigen Video über das Gipfelkreuz am Glatthorn, dem höchsten Gipfel des Bregenzerwaldgebirges bekannt.

Über 17 Millionen Mal wurde es aufgerufen und von zahlreichen positiven Kommentaren begleitet. Mittlerweile hat der ursprünglich als Hobbyprojekt gestartete Instagram-Kanal über 15.000 Follower. In den Sommermonaten werden dort sonntags ein geistlicher Videoimpuls und ein Gebet veröffentlicht.

Zudem gibt es Tourentipps, inspirierende Zitate und Hinweise auf Berggottesdienste. „Berge sind für viele Sehnsuchtsorte. In der Schöpfung entdecken wir nicht nur Natur, sondern Gott selbst“, sagt Pater Peter Rinderer, Diözesanjugendseelsorger der Diözese Innsbruck. Anselm Becker, Kaplan in Wien-Aspern, ergänzt: „Die Bergwelt lässt uns staunen. Da stellen sich Lebensfragen fast von selbst. Dafür wollen wir Impulse geben.“ Für Gabriel Steiner sind Gipfelmessen, besonders jene 2024 auf der Eisentälerspitze auf 2.753 Metern Seehöhe, „Gotteserfahrung pur.“
 

Dem Himmel nahe am Berg

Zum überwiegenden Teil nutzen die Bergpfarrer den Social Media Kanal Instagram für ihre Zwecke. Informationen gibt es aber auch über die Website www.bergpfarrer.at. Hier findet sich zum Beispiel eine Liste aller geplanten Berggottesdienste der Bergpfarrer, die laufend aktualisiert wird. Außerdem zeigt sie die jüngsten Beiträge auf Instagram und eine Möglichkeit, sich für den WhatsApp-Kanal und zum Newsletter anzumelden, um weitere Informationen zu erhalten. Zusätzlich gibt es hier außerdem Links zu verschiedensten Internetseiten im ganzen Alpenraum, die Berggottesdienste oder andere spirituelle Angebote in den Bergen auflisten. Die Bergpfarrer haben für 2025 bislang neun Berggottesdienste geplant. Ein Höhepunkt wird die Gipfelmesse auf der Roten Wand auf 2.704 Metern Höhe sein, die nur  alle fünf Jahre gefeiert wird. 
 

Bergmessen in der Erzdiözese Wien

Seelsorgliche Angebote für Wanderer, Bergsteiger und Naturfreunde gibt es aber nicht nur von den Bergpfarrern – auch die österreichischen Diözesen von Feldkirch bis Wien haben einiges zu bieten. Auch auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien lässt sich die Schöpfung spirituell erleben. Besondere Tradition haben dabei die Berggottesdienste im Elisabethkircherl am Hochschneeberg und jene in der Kirche auf der Rax. 
 

Am Berg in Bayern, Salzburg und Tirol 

Für das deutsch-österreichische Grenzgebiet von Bayern, Salzburg und Tirol hält eine katholisch-evangelisch geführte überregionale Website Angebote bereit – darunter Bergexerzitien, Gebirgswallfahrten und Gipfelmessen. An dem Projekt beteiligt sind unter anderem die Diözese Innsbruck, die Erzdiözese München und Freising, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die Erzdiözese Salzburg, die Diözese Augsburg und das Katholische Bildungswerk Berchtesgadener Land.

Autor:
  • Portraitfoto von Andrea Harringer
    Andrea Harringer
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