Gemeinsam glauben

2. Sonntag der Osterzeit (Weisser Sonntag)
Ausgabe Nr. 14
  • Sonntag
Eine Familie pflanz einen Baum.
Aus gemeinschaftlichem Tun erwächst Neues. © iStock.com/Zinkevych

Gedanken zur 1. Lesung von Sr. M. Anna Pointinger

2. Sonntag der Osterzeit (Weisser Sonntag), Lesejahr B – 7. April

In der heutigen Lesung zum Weißen Sonntag und zum Sonntag der Barmherzigkeit wird uns von der Zeugniskraft und der Liebe untereinander in der Urgemeinde erzählt. Was hat diese Erzählung mit uns Menschen des 21. Jahrhunderts zu tun?

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Durch die Taufe sind wir hineingenommen in die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus und so sind wir auch mit allen Christinnen und Christen aller Zeiten verbunden. „Ein Herz und eine Seele“ bezieht sich auf den gemeinsamen Glauben an die Auferstehung Jesu, des Herrn und ist wohl als eine Einheit im Glauben in der Vielfalt der Menschen zu verstehen. Es bedarf in gleicher Weise der gemeinsamen Sendung sowie der Einmaligkeit jedes einzelnen Menschen. Darin liegt eine Quelle großer apostolischer Zeugniskraft, die sich nährt von der persönlichen Beziehung zum Auferstandenen im Gebet. „Ein wahrhaft Liebender ist erst dann zufrieden, wenn er alles, was er in sich ist und bedeutet und hat und empfängt, für den Geliebten einsetzt; und je mehr das ist, umso mehr Wohlgefallen empfängt er am Verschenken“, weiß der Karmelit Johannes vom Kreuz (1542–1591).

Als Menschen sind wir auf Gemeinschaft angewiesen. Sie ist der Ort, wo wir empfangen, geben und auch vergeben. Thérèse von Lisieux versuchte, an der Seite des Auferstandenen, die Menschen so zu sehen und zu lieben, wie Jesus sie ansieht und liebt. Diesen liebevollen Blick und behutsamen Umgang braucht auch die Schöpfung. Die Schöpfung ist nicht Eigentum eines Einzelnen. Wir alle haben sie gemeinsam und sie ist unserer Sorge anvertraut, sie zu bewahren und zu teilen, was sie schenkt. Wie viel Not könnte da gelindert werden!

1. Lesung Apostelgeschichte 4,32–35

Die ersten Christinnen und Christen lebten in Gütergemeinschaft.

Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.

2. Lesung 1 Johannes 5,1–6

Der Glaube an Jesus Christus rettet die Welt.

Schwestern und Brüder! Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott gezeugt und jeder, der den Vater liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist. Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben: wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der Geist ist die Wahrheit.

Evangelium Johannes 20,19–31

Manchmal braucht das Glaubenkönnen ein Zeichen.

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: ­Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus – Zwilling – genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu ­Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

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