Der Kraft der Erinnerung

Ostersonntag
Ausgabe Nr. 13
  • Sonntag
Bibelgarten in Tragwein (OÖ). Zu sehen ist eine Grabeshöhle, der Stein vor dem Grab ist zur seite gerollt.
Das Grab ist leer! Im Bibelgarten beim Greisinghof in Tragwein (OÖ) ist der Stein vor dem Grab schon weggerollt. ©AME

Gedanken zur 1. Lesung von Sr. M. Anna Pointinger

Ostersonntag, Lesejahr B – 31. März

Nach der Feier der Auferstehung des Herrn in der Osternacht ruft der Apostel Petrus in der heutigen Lesung mit kraftvollen Worten auf, Leben, Wirken und Auferstehung Jesu zu bezeugen. Zunächst erinnert er an das befreiende und heilende Wirken Jesu unter den Menschen. Mit diesem Impuls zur Erinnerung an gute, befreiende und heilvolle Erfahrungen mit Jesus knüpft Petrus die Verbindung zum jüdischen Paschafest, bei dem sich das jüdische Volk der Befreiung aus der Knechtschaft erinnert und das machtvolle Wirken Gottes feiert.

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In Erinnerungen liegt große Kraft. Selbst wenn die ursprüngliche Erfahrung beziehungsweise das Ereignis schon lange zurückliegt – durch die Erinnerung reicht deren Wirkung bis in die Gegenwart. Welche Erinnerungen pflege ich? Jede Gabe ist auch eine Aufgabe. Jesus war unterwegs zu den Menschen und aus der Verbindung mit dem Vater wirkte er Gutes, „denn Gott war mit ihm.“ Durch Jesus haben die Menschen die Vergebung der Sünden und die Güte und Menschenliebe Gottes erfahren.

Darin leuchtet das Reich Gottes auf. Das will damals wie heute aus der Perspektive von Ostern persönlich von Mensch zu Mensch bezeugt werden. Nahrung und Quelle für dieses Zeugnis ist das Gebet. Im persönlichen Gebet kann ich dem Auferstandenen begegnen, seine Gegenwart erfahren und somit auch bezeugen. Im Gebet finde ich auch eine Quelle der Kraft für die Liebe zu den Menschen und zur Schöpfung. So heißt es im Gebet von Papst Franziskus zum Jahr des Gebetes, dass der Glaube, der uns in Jesus Christus geschenkt ist und die Liebe zum Nächsten, die der Heilige Geist in unsere Herzen gießt, in uns die Hoffnung auf das Reich Gottes wecken mögen.  

1. Lesung Apostelgeschichte 10,34a.37–43

Petrus erinnert daran, dass der auferweckte Jesus vor Zeugen erschien.

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte:
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: Wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten
gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkünden und zu bezeugen: Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten. Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.

2. Lesung Kolosser 3,1–4 (oder 1 Korinther 5,6b–8)

Paulus fordert auf, mit Christus zu leben und zu sterben.

Schwestern und Brüder! Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt! Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische! Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.

Evangelium Johannes 20,1–9 (oder Langfassung: Johannes 20,1–18)

Maria von Mágdala war die Erste, die das leere Grab fand.

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern  zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse.

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

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