Franziskus und ich

Meinung
Ausgabe Nr. 40
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Pater Raphael Rindler OFM ist Hausoberer im Franziskanerkloster und Stadtpfarrer von Güssing.
Pater Raphael Rindler OFM ist Hausoberer im Franziskanerkloster und Stadtpfarrer von Güssing. ©OFM

Pater Raphael Rindler OFM, Hausoberer im Franziskanerkloster und Stadtpfarrer von Güssing, schreibt über den heiligen Franziskus.

Am 12. September 1986, vor 40 Jahren, wurde ich als Franziskaner eingekleidet. Die Entscheidung für diesen Weg in den Orden der Franziskaner hatte wenig mit dem heiligen Franziskus zu tun. Nach meiner Lehre zum Einzelhandelskaufmann maturierte ich mit 23 Jahren im Aufbaugymnasium in Horn. Um den Weg zum Priestertum zu gehen, war für mich von Anfang an wichtig, diesen Weg in einer Gemeinschaft zu gehen. 

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Entscheidung für den Franziskanerorden

Die Entscheidung für den Franziskanerorden beruhte auf dem Vertrautsein mit dem Franziskanerorden, der in meiner südoststeirischen Heimat Tieschen die Pfarre betreute. Es waren zwei alte Patres, mit denen ich sehr verbunden war. Viele Jahre war ich als Ministrant tätig und auch in der Jugendzeit blieb diese Verbindung zu den Franziskanern vor allem durch meinen Dienst als Lektor lebendig. 

Hineingewachsen

Ich denke an das Wort von Antoine de Saint-Exupéry, der im Buch „Der kleine Prinz“ bezüglich einer Freundschaft zwischen dem Fuchs und dem kleinen Prinzen von diesem Vertrautmachen spricht. So verstehe ich meinen Weg als Franziskaner, dass ich im Laufe der Jahre immer mehr in die Spiritualität des heiligen Franziskus hineingewachsen bin. Es begann erst nach meinem Eintritt in den Orden das Vertrautwerden mit der Gestalt des heiligen Franziskus. Im Zentrum dieses Weges stehen aber immer Jesus und seine Botschaft. Franziskus schreibt in seinem Testament, dass der Herr ihm geoffenbart hat, nach der Form des Evangeliums zu leben. 

Franziskus und Gottes Demut

Die Botschaft des Evangeliums ist für mich zugleich die Ordensregel. Im Zentrum der Spiritualität des heiligen Franziskus steht wohl die Demut Gottes: Gott, der in Jesus Mensch geworden ist; der sich am Kreuz für uns hingegeben hat; der sich in jeder Feier der Eucharistie uns neu schenkt. Diese Liebe Christi zu uns ist für mich das, was den heiligen Franziskus in all seinem Tun, in seiner Liebe zum Nächsten und der ganzen Schöpfung prägte. Diese Liebe Christi möge auch mich stärken, um im ganz normalen Alltag das Leben hinzugeben und für andere da zu sein. 

Der Kommentar drückt seine persönliche Meinung aus!

Autor:
  • Pater Raphael Rindler
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