„Die Kirche soll die Seele einer Gemeinde sein“

Kirchen-Entdeckungsreise – Teil 8
Ausgabe Nr. 35
  • Wien und Niederösterreich
Autor:
Pfarrer Andreas Kaiser  vor dem Altar in der Pfarrkirche Stockerau. Er selbst habe keine Lieblingskirche im Pfarrverband, erzählt er.
Pfarrer Andreas Kaiser vor dem Altar in der Pfarrkirche Stockerau. Er selbst habe keine Lieblingskirche im Pfarrverband, erzählt er. ©Redaktion
Die Jakobsmuschel ziert einen Stein im Blumenbeet vor der Kirche in Stockerau.
Die Jakobsmuschel ziert einen Stein im Blumenbeet vor der Kirche in Stockerau. ©Redaktion
Pfarrer Andreas Kaiser neben der Statue des heiligen Koloman vor der Pfarrkirche Stockerau.
Pfarrer Andreas Kaiser neben der Statue des heiligen Koloman vor der Pfarrkirche Stockerau. ©Redaktion
Ein Teil der Festspielbühne in Stockerau vor der Pfarrkirche.
Ein Teil der Festspielbühne in Stockerau vor der Pfarrkirche. ©Redaktion

In der Kirchenserie stellt der SONNTAG jeden Monat eine neue Pfarre aus der Erzdiözese Wien vor. Im August ist eine Kirche an der Reihe, die am Weinviertler Jakobsweg liegt: die Pfarrkirche Stockerau.

Es ist ein heißer Juli-Tag, als wir die Pfarrkirche in Stockerau besuchen. Am Platz vor der Kirche stehen die Kulissen der Stockerauer Festspiele. Es wird geprobt. Die Pfarrkirche Stockerau gehört zum Pfarrverband am Jakobsweg Weinviertel. Dieser umfasst die Pfarren Hausleiten, Stockerau, Leitzersdorf, Haselbach und Niederhollabrunn. Pfarrer Andreas Kaiser ist seit 2022 für alle fünf zuständig. Zuvor war Kaiser Moderator der Pfarre Ober Sankt Veit in Wien. Das Weinviertel kennt Kaiser jedoch schon aus seiner Zeit als Kaplan im Pfarrverband Zellerndorf.

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Ein Verband – fünf Pfarren

Den Unterschied zwischen seiner Arbeit in Wien verglichen mit der im Weinviertel erklärt Andreas Kaiser so: „Der große Unterschied war, dass ich in Wien für eine Pfarre zuständig war und dann für fünf. Und das war es auch schon.“ Es sei immer wieder eine Herausforderung die fünf Pfarren zu koordinieren, so Kaiser, denn: „Man kann nicht einfach ein Konzept über alle fünf Pfarren stülpen.“ Genug Personal für die Betreuung der Filialkirchen zu haben, ist immer wieder eine Aufgabe. Kaiser und seine Kollegen seien da aber gut organisiert: „Es gibt eben eine entsprechende Rahmenordnung und entsprechende Kooperationsvereinbarungen. Zum Teil sind sie territorial zugeordnet, zum Teil sind sie pastoral inhaltlich zugeordnet. Und dann gibt es natürlich eine Gottesdiensteinteilung, das ist hauptsächlich Organisation.“
 

Die Pfarrkirche Stockerau

Die Jakobsmuschel ziert einen Stein im Blumenbeet vor der Kirche in Stockerau.
Die Jakobsmuschel ziert einen Stein im Blumenbeet vor der Kirche in Stockerau. ©Redaktion
Pfarrer Andreas Kaiser neben der Statue des heiligen Koloman vor der Pfarrkirche Stockerau.
Pfarrer Andreas Kaiser neben der Statue des heiligen Koloman vor der Pfarrkirche Stockerau. ©Redaktion
Ein Teil der Festspielbühne in Stockerau vor der Pfarrkirche.
Ein Teil der Festspielbühne in Stockerau vor der Pfarrkirche. ©Redaktion
Pfarrer Andreas Kaiser  vor dem Altar in der Pfarrkirche Stockerau. Er selbst habe keine Lieblingskirche im Pfarrverband, erzählt er.
Pfarrer Andreas Kaiser vor dem Altar in der Pfarrkirche Stockerau. Er selbst habe keine Lieblingskirche im Pfarrverband, erzählt er. ©Redaktion
Die Pfarrkirche Stockerau von Innen.
Die Pfarrkirche Stockerau von Innen. ©Redaktion
Der Stempel und das Stempelbuch für Pilger des Jakobsweges Weinviertel in der Kirche in Stockerau.
Der Stempel und das Stempelbuch für Pilger des Jakobsweges Weinviertel in der Kirche in Stockerau. ©Redaktion

Kirche Stockerau und der heilige Koloman

Die Pfarrkirche Stockerau selbst hat ein schlichtes Äußeres. An ihrer rechten Seite steht eine Statue des heiligen Koloman. „Koloman ist Stadtpatron von Stockerau und war lange Zeit auch Nationalheiliger von Österreich. Er hat stark mit der Gründung der Stadt Stockerau zu tun, beziehungsweise gibt es zu dieser Zeit die ersten urkundlichen Nennungen. Vor wenigen Jahren ist das 1.000-Jahr-Jubiläum gefeiert worden“, so Kaiser. Koloman soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der bei seiner Pilgerreise ins Heilige Land in Stockerau festgenommen wurde. Aufgrund seines Aussehens hielt man ihn für einen böhmischen Spion und erhängte ihn an einem Holunderstrauch. Die Pfarrkirche ist jedoch dem heiligen Stephanus geweiht. 
 

„Es beeindruckt immer wieder die Größe der Kirche, die Vision, die die Bauern damals gehabt haben, zu sagen, wir brauchen eine große Kirche.“

Andreas Kaiser

Die Kirche am Jakobsweg Weinviertel

In der Pfarrkirche Stockerau befindet sich auch ein Pilgerbuch mit einem Stempel für den Pilgerpass. Die Kirche liegt am Jakobsweg Weinviertel. Laut Pfarrer Andreas Kaiser bemerke man immer wieder einzelne Pilgergruppen, die nach Stockerau kämen, aber es gäbe keinen Pilgerstrom wie in Santiago. 

Kaiser erzählt über die Pfarrkirche Stockerau: „Es beeindruckt immer wieder die Größe der Kirche, die Vision, die die Bauern damals gehabt haben, zu sagen, wir brauchen eine große Kirche, weil viele Menschen hineingehen werden. Es ist schön, wenn große Liturgien in einem schönen Rahmen gefeiert werden können und wenn Platz dafür ist.“ Für den Pfarrer ist es wichtig, „dass die Menschen ihre Lebensumbrüche und ihre Lebenssituationen feiern können. Dass Taufen und Beerdigungen gehalten werden und dass dafür genug Zeit ist in der Vorbereitung und Nachbereitung. “Kaiser sieht die Kirche als Motor und  erklärt: „Die Kirche soll die Seele einer Gemeinde sein.“
 

"Es gibt kein Lieblingskind"

Das schönste in seinem Pfarrverband sei aber die viele Arbeit, die seine ehrenamtlichen Mitarbeiter leisten würden, erzählt Kaiser. Auf die Frage, ob er eine Lieblingskirche im Pfarrverband habe, lacht Kaiser und antwortet: „Ich habe alle Kinder gern. Es gibt kein Lieblingskind.“

Autor:
  • Cornelia Grotte
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