Der Geist wehe, wo ich will

Ausgabe Nr. 26
  • Die Kirche und ich
Autor:
Michael Prüller
©Stephan Schönlaub

Wie kann sich die Kirche durch gemeinsames Hören auf den Heiligen Geist weiterentwickeln?

Ich begleite gerade eine Gruppe Journalisten durch die Ämter des Vatikan, und natürlich ist die Bischofssynode im Oktober ein großes Thema. Erstmals sind „Nichtbischöfe“ 25 Prozent der Stimmberechtigten. Und das offizielle Arbeitspapier ließ aufhorchen – lässt es doch einige „heiße Eisen“ zur Diskussion zu. Der Vorsitzende des Synodenrates, Kardinal Grech, hat uns eindringlich zu vermitteln versucht, dass es nicht in erster Linie darum geht, einzelne bestimmte Regeln zu ändern, sondern einzuüben, wie die Kirche sich durch gemeinsames Hören auf den Heiligen Geist weiterentwickeln kann.

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Egal, ob man darauf hofft, dass die Kirche im Oktober durch ein paar Regeländerungen ihre Attraktivität und Relevanz in der Alten Welt wiederherstellt, oder ob man darauf zählt, dass die Kirche solchen Ideen eine klare Absage erteilt: Es kann im Oktober Enttäuschungen geben. Wer aber darauf baut, dass die Kirche den Willen und Auftrag Gottes besser zu erfüllen lernt, kann guter Hoffnung sein. Es braucht dazu nur eine gewisse Offenheit. Mir scheint allerdings unter engagierten Katholiken eine Haltung weit verbreitet (und ich muss auch selber innerlich dagegen ankämpfen): Wenn nach dem ganzen Hören auf den Heiligen Geist die Synode nicht beschließt, was ich schon längst für richtig halte, kann mir der ganze Zirkus gestohlen bleiben!

Hoffnungsvoll wird hingegen alles, wenn man sich zu einem doppelten Vertrauen durchringen kann: dass erstens der Heilige Geist wirklich seine Kirche leiten will und kann – und dass zweitens die Synodenteilnehmer fähig und willig sind, diese Führung anzunehmen und sich ihr zu öffnen. Dann wird das Ganze zu einem großen Abenteuer, dessen Ausgang ungewiss, aber jedenfalls gut ist.

Autor:
  • Michael Prüller
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