Das bringt der Tag des Denkmals 2026

Den Glauben neu betrachten
Ausgabe Nr. 37
  • Kunst und Kultur
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Die Synagoge von Sankt Pölten galt zur Zeit ihrer Einweihung als einer der bedeutendsten jüdischen Sakralbauten der Monarchie. Heute ist sie ein Ort des Gedenkens und ein Kulturzentrum.
Die Synagoge von Sankt Pölten galt zur Zeit ihrer Einweihung als einer der bedeutendsten jüdischen Sakralbauten der Monarchie. Heute ist sie ein Ort des Gedenkens und ein Kulturzentrum. ©Sascha Osaka
Die Restaurierung von Gemälden des Barockmalers Michael Angelo Unterberger steht in der Bergkirche Rodaun im Mittelpunkt. Hier setzte er die Heilige Familie meisterhaft in Szene.
Die Restaurierung von Gemälden des Barockmalers Michael Angelo Unterberger steht in der Bergkirche Rodaun im Mittelpunkt. Hier setzte er die Heilige Familie meisterhaft in Szene. ©Martina Ruttin/Atelier Schlossgasse
Tag des Denkmals: In der Kirche Sankt Johannes in Nußdorf gibt es geheimnisvolle Inschriften.
Tag des Denkmals: In der Kirche Sankt Johannes in Nußdorf gibt es geheimnisvolle Inschriften. ©cc/Haeferl/Hintergrund mit KI erweitert

Der Tag des Denkmals am 27. September macht es möglich, besondere sakrale Bauten zu entdecken. Unter dem Motto „Denkmale: Wert für alle.“ öffnen auch zahlreiche Kirchen ihre Türen. Der SONNTAG hat einige spannende Ziele in Wien und Niederösterreich ausgewählt.

Ein Blick hinter sonst verschlossene Türen erwartet Interessierte am 27. September beim „Tag des Denkmals“. Dann öffnen sich in ganz Österreich Orte, die Geschichte lebendig machen. Unter dem diesjährigen Motto „Denkmale: Wert für alle.“ lädt das Bundesdenkmalamt dazu ein, kulturelles Erbe bei Führungen und Präsentationen neu zu entdecken. Es stehen viele Kirchen und sakrale Bauwerke im Programm. Sie beherbergen oft außergewöhnliche Sakralkunstwerke und erzählen von Glauben, Gemeinschaft und den Menschen, die sie über Jahrhunderte geprägt haben. In Wien und Niederösterreich bieten mehrere kirchliche Denkmale Führungen und Einblicke in meist verborgene Schätze. Der SONNTAG gibt eine Auswahl lohnender Ziele.

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„Kirchenschiff“ der Caritas Wien

▶ Das Kirchenschiff in Margareten

Aus der ehemaligen Kirche Auferstehung Christi ist im Herzen von Margareten etwas Neues entstanden: das „Kirchenschiff“ der Caritas Wien. Das Gebäude verbindet heute soziale Hilfe, nachbarschaftliches Engagement und spirituelle Angebote unter einem Dach. Beim Tag des Denkmals können Besucherinnen und Besucher erfahren, wie aus einem Sakralbau ein lebendiger Treffpunkt für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen wurde. Führungen zeigen die Geschichte des Hauses ebenso wie seine heutige Nutzung und machen sichtbar, wie ein Kirchenraum auch in neuer Form seinem ursprünglichen Auftrag dienen kann.

Siebenbrunnenfeldgasse 24, 1050 Wien, Führungen: 16:30 sowie 17:00 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich, Kontakt unter: clemens.foschi@caritas-wien.at
 

Otto-Wagner-Kirche am Steinhof

▶ Meisterwerk der Wiener Moderne: Otto-Wagner-Kirche am Steinhof

Die Kirche Sankt Leopold am Steinhof gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke Wiens und als erste moderne Kirche Europas. Otto Wagner schuf hier Anfang des 20. Jahrhunderts ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, dessen Architektur und Ausstattung bis heute beeindrucken. Besonders die Glasmosaikfenster von Koloman Moser und die durchdachte Gestaltung für die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten der ehemaligen Krankenanstalt ringsum machen den Bau außergewöhnlich. Führungen eröffnen spannende Einblicke in Geschichte, Symbolik und Architektur dieses Kirchen-Juwels der Wiener Moderne, das bis heute als Gotteshaus genutzt wird.

Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien, Führungen: 11:15 bis 12:15 Uhr, 12:45 bis 13:45 Uhr, 14:15 bis 15:15 Uhr, 15:45 bis 16:45 Uhr. Anmeldung erforderlich, Kontakt: lukas.sperlich@wienmuseum.at
 

Bergkirche Rodaun

▶ Barock in neuer Pracht: Bergkirche Rodaun

Die Bergkirche Rodaun gehört zu den schönsten barocken Kirchen am Rand des Wienerwaldes. Im Mittelpunkt stehen am Tag des Denkmals drei Gemälde des Malers Michael Angelo Unterberger, die derzeit restauriert werden. Restauratorinnen und Restauratoren geben Einblick in ihre Arbeit und zeigen, wie historische Kunstwerke für kommende Generationen bewahrt werden. Kurzfilme, Vorführungen und Gespräche machen den Weg von der beschädigten zur restaurierten Kostbarkeit nachvollziehbar.

Rodauner Kirchenplatz, 1230 Wien, Präsentationen: 10:00 bis 11:00 Uhr, 12:00 bis 13:00 Uhr, 14:00 bis 15:00 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich!

Die Karlskirche am Tag des Denkmals

▶ Hinter die Kulissen der Karlskirche

Die Wiener Karlskirche zählt zu den bekanntesten Sakralbauten Österreichs. Am Tag des Denkmals ermöglicht sie Perspektiven, die Besucherinnen und Besucher sonst kaum erleben können. Im Mittelpunkt stehen die derzeitigen Restaurierungsarbeiten an einer der beiden monumentalen Triumphsäulen. Darüber hinaus führen Experten durch die Kirche, das Kaiseroratorium sowie weitere Bereiche des außergewöhnlichen Bauwerks. Dabei wird deutlich, wie kunstvoll verschiedene Baustile und kulturelle Einflüsse in diesem barocken Meisterwerk zusammengeführt wurden.

Karlsplatz 10, 1040 Wien. Führungen: 12:00 bis 12:45 Uhr und 13:00 bis 13:45 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich!
 

Pfarrkirche zum heiligen Johannes dem Täufer

Pfarrkirche Nußdorf ob der Traisen

Die Pfarrkirche zum heiligen Johannes dem Täufer blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Besonders spannend ist das ehemalige Beinhaus unter der Kirche, in dem sich Rötelzeichnungen und Inschriften aus dem 16. Jahrhundert erhalten haben. Diese seltenen Zeugnisse werden derzeit von Expertinnen und Experten der Akademie der bildenden Künste konserviert. Am Tag des Denkmals können kleine Besuchergruppen die Arbeiten aus nächster Nähe verfolgen und einen Blick in einen sonst verborgenen Teil der Kirchengeschichte werfen. 

Bäckergasse 9, 3134 Nußdorf ob der Traisen. Besichtigungen: 9:00 bis 17:00 Uhr, Anmeldung erforderlich, ab 12. September. Kontakt: Tel. +43 664 1323375urzeitmuseum@nussdorf-traisen.gv.at 
 

Ehemalige Synagoge Sankt Pölten

Ort der Erinnerung und Begegnung: Ehemalige Synagoge Sankt Pölten

Die ehemalige Synagoge Sankt Pölten ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse jüdischen Lebens in Niederösterreich. Nach ihrer Verwüstung in der NS-Zeit wurde das Gebäude behutsam restauriert und als Ort des Erinnerns und Lernens wiedereröffnet. Eine Führung vermittelt die bewegte Geschichte des Hauses und der einstigen jüdischen Gemeinde. Zugleich zeigt sie, wie ein Denkmal heute Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlagen kann.

Dr.-Karl-Renner-Promenade 22, 3100 Sankt Pölten. Führung: 15:00 bis 16:00 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich, Kontakt: info@ehemalige-synagoge.at
 

Pfarrkirche von Weigelsdorf

Ein außergewöhnlicher Blick in die Vergangenheit: Weigelsdorf

Unter der Pfarrkirche von Weigelsdorf verbirgt sich ein Ossuarium aus dem 13. Jahrhundert. Hier werden Schädel und Knochen aus dem Mittelalter aufbewahrt, deren wissenschaftliche Untersuchung überraschende Erkenntnisse über kriegerische Auseinandersetzungen vergangener Jahrhunderte lieferte. Bei einer Führung gibt es auch die Fundamente einer karolingischen Vorgängerkirche zu entdecken sowie seltene Steinreliefs, die zu den bedeutendsten Zeugnissen ihrer Art in Ostösterreich zählen. 

Kirchenplatz, 2483 Weigelsdorf. Führung: 16:00 bis 17:00 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich!

Der Tag des Denkmals

Der Tag des Denkmals bietet eine seltene Gelegenheit, Kirchen, Kapellen und andere sakrale Orte mit neuen Augen zu sehen. Zwischen Kunst, Glauben, Geschichte und Gegenwart wird spürbar, warum diese Bauwerke bis heute wertvoll sind – als Denkmale und als Orte, die Menschen miteinander verbinden.

Autor:
  • Portraitfoto von Agathe Lauber-Gansterer
    Agathe Lauber-Gansterer
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