Dankbares Gähnen

Anekdoten
Ausgabe Nr. 19
  • Heiter bis heilig
Autor:
Die Pfarre Sankt Ulrich ist eine besonders auffallend schöne Kirche. ©Wikicommons / C.Stadler/Bwag

Der jungen Ministrantin Karoline wurde bei der Firmung ihres Bruders in der Pfarre Sankt Ulrich im siebten Bezirk Wiens eine besondere Ehre zuteil: Sie durfte den Stab des firmspendenden Abtes halten.

Allein, der Stab hatte ein gewisses Gewicht, und das Mädchen schaffte es außerdem nicht, ständig aufmerksam bei der Sache zu sein. Wenn ihre Gedanken abschweiften, geriet der Stab in Schieflage, wurde aber jedes Mal vom Oberminis-   tranten wieder zurechtgerückt. 

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Sinn macht müde

Eine Firmung dauert deutlich länger als eine übliche Messe, und bei der Predigt legen sich Firmspender gerne ins Zeug. So auch der Abt. Er sprach über Sinn und Bedeutung der Firmung und legte das Evangelium aus. 30 gut gemeinte, aber in der Situation lange Minuten. Die Gemeinde harrte aus. Karoline wurde immer müder und musste schließlich gähnen. Da sie mit beiden Händen den Stab festhielt, konnte sie sie nicht vor den Mund halten. So wurde die ganze Gemeinde Zeuge eines lauten, herzhaften Gähnens. Doch auch der Abt bekam das mit und hatte ein Einsehen: „Ich glaube, ich rede schon etwas lange und komme zum Schluss …“ Die ganze Gemeinde war der jungen Ministrantin dankbar für ihren herzhaften Gähner. 

©Wiener Domverlag

Buchtipp: Beten, Herr Pfarrer!

Weitere lustige Anekdoten finden Sie in "Beten, Herr Pfarrer!" von Bernadette Spitzer.

 

Beten, Herr Pfarrer! – Anekdoten zwischen Alltag und Altar. Von Bernadette Spitzer, 176 Seiten, ISBN: 978-3-85351-332-3, EUR 27,00 

 

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Autor:
  • Bernadette Spitzer
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