Cabrini - Die Nonne, die nicht aufgab

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Ausgabe Nr. 14
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Auf der Seite ihrer benachteiligten italienischen Landsleute setzte sich Francesca Cabrini (Cristiana Dell’Anna) in New York für die Versorgung von Kranken und obdachlosen Kindern ein.
Auf der Seite ihrer benachteiligten italienischen Landsleute setzte sich Francesca Cabrini (Cristiana Dell’Anna) in New York für die Versorgung von Kranken und obdachlosen Kindern ein. © CC/Angel Studios

Die Filmbiographie „Cabrini – Die Gesandte des Papstes“ erzählt bewegend vom Mut der heiligen Francesca Cabrini, die sich in New York gegen Vorurteile, politische Blockaden und kirchliche Hürden durchsetzt – getragen von Glauben und unbeirrbarer Nächstenliebe.

Mit „Cabrini – Die Gesandte des Papstes“ ist Regisseur Alejan­dro Gómez Monteverde ein beeindruckendes Filmporträt der großen italienischen Heiligen Francesca Cabrini gelungen. Die Ordensfrau, die 1889 im Auftrag von Papst Leo XIII. in die USA entsandt wurde, begegnet dort einer Welt voller Armut, Ausgrenzung und struktureller Härte. Das New York des 19. Jahrhunderts war von massivem Anti-Italienismus geprägt – ein Umstand, den der Film präzise herausarbeitet. 

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Cabrini trotze mächtigen männlichen Gegnern

Die Hauptrolle übernimmt Cristiana Dell’Anna, die Cabrini mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Verletzlichkeit verkörpert. Ihr Spiel zeigt eine Frau, die trotz stark angegriffener Gesundheit eine fast unerschütterliche innere Kraft besitzt. In New York stößt sie auf extreme soziale Not – vor allem bei Kindern –, überfüllte Slums und ein System, das den Ärmsten kaum Schutz bietet. 

Die schwersten Hürden entstehen durch mächtige männliche Vorgesetzte, die eine Frau per se ablehnen: Der New Yorker Erzbischof Corrigan (David Morse) betrachtet Cabrinis Pläne mit Argwohn, während Bürgermeister Gould (John Lithgow) ihre Projekte zur Gesundheitsversorgung und Kinderunterbringung blockiert – teils aus Vorurteilen, teils aus politischem Kalkül. Diese Widerstände und Cabrinis oft geniales Überwinden verleihen dem Film spannende Momente. Trotz aller Hindernisse setzt sich Cabrini aufgrund ihres großen Mutes in vielen Situationen durch. Der Film erzählt davon, wie sie mit strategischem Denken, organisatorischem Geschick und einem Glauben, der nie in Frömmigkeitskitsch kippt, Strukturen schafft, die ihrer Zeit weit voraus sind. Schritt für Schritt entsteht ein Netzwerk von Einrichtungen für Immigrantinnen und Immigranten. Insgesamt 67 Schulen, Krankenhäuser und Waisenhäuser gehen auf Cabrinis Initiative zurück – ein beeindruckendes Vermächtnis, das der Film nachvollziehbar und ergreifend nachzeichnet. 

Francesca Cabrini: Eine Frau, die sich nicht einschüchtern lässt

Monteverdes Biographie besticht durch sorgfältige Ausstattung: Die Kamera von Gorka Gómez Andreu lässt das New York der 1880er-Jahre atmosphärisch dicht auferstehen – enge Gassen, dunkle Hinterhöfe, das pulsierende Chaos einer Stadt im Umbruch. Die hochkarätige Besetzung rundet den Film ab: Giancarlo Giannini überzeugt als Papst Leo XIII., Romana Maggiora Vergano bringt als Vittoria Wärme ein, Rolando Villazón liefert eine markante Nebenrolle.

Ein kraftvoller Film über Mut, Glauben und soziale Verantwortung

„Cabrini“ ist ein ruhiger, aber kraftvoller Film über Mut, Glauben und soziale Verantwortung. Er verdeutlicht eindrucksvoll, wie viel eine einzelne Frau bewirken kann – und wie christliche Nächstenliebe menschenfreundliche Strukturen fördert. Francesca Cabrinis „totales und intelligentes Engagement“ für die Auswanderer ihrer Zeit, das Papst Franziskus anlässlich ihres 100. Todestags hervorhob, macht „Die Gesandte des Papstes“ auf eindrucksvolle Weise sichtbar. 

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Autor:
  • Portraitfoto von Agathe Lauber-Gansterer
    Agathe Lauber-Gansterer
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