Bewegende Filme für die Osterzeit

Die Evangelien auf der Leinwand
Ausgabe Nr. 13
  • Kunst und Kultur
Autor:
The Passion lässt niemanden kalt (Kreuzwegszene mit Simon von Cyrene) ©Universal Pictures
Petrus steht als Fischer in einem Alltag voller Herausforderungen. Seine Begegnung mit Jesus verändert alles. ©Universal Pictures
Rooney Mara verleiht Maria Magdalena im Film große spirituelle Kraft. ©Universal Pictures

Entdecken Sie eine Auswahl der besten Filme für die Osterzeit, die bewegenden Geschichten rund um das Leben und Leiden Jesu Christi auf einzigartige Weise zum Leben erwecken.

Herausragende Filmproduktionen der vergangenen Jahre haben das Leben und Leiden Jesu auf unterschiedliche Weise interpretiert. Vor genau 20 Jahren bewegte Mel Gibsons Film „Die Passion Christi“ die Gemüter. Neuere Filme wie „Maria Magdalena“ oder „The Chosen“ betrachten die biblischen Ereignisse nicht weniger spannend aus der Sicht der Begleiter und Begleiterinnen von Jesus Christus. 

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The Passion of the Christ

Genau vor 20 Jahren startete Mel Gibsons Film „The Passion of the Christ“ in unseren Kinos. Der in Latein und Aramäisch gedrehte Film zeigt – mit Untertiteln – die letzten zwölf Stunden im Leben Jesu und schildert die Passion beginnend vor der Verhaftung Jesu in Getsemani. Er erzählt in zum Teil drastischer Weise von der Verurteilung, der Geißelung und der Krönung mit der Dornenkrone bis zur Kreuzigung Jesu durch die Römer. Die Passionsmomente werden immer wieder durch Rückblenden auf das Leben Jesu unterbrochen. Jesus von Nazaret wird von James Caviezel gespielt, Maia Morgenstern ist als Maria (Mutter Jesu) zu sehen und Monica Bellucci verkörpert Maria Magdalena. 

Schon vor seinem Erscheinen sorgte der Film für großes Aufsehen und stieß schließlich wegen seiner exzessiven Gewaltszenen und aufgrund von Figuren-Darstellungen, die als antisemitisch empfunden wurden, auf scharfe Kritik. Mel Gibsons „The Passion“ ließ (und lässt) niemanden kalt. Während die einen Kinobesucher die Gewaltdarstellungen wie etwa die Geißelung Jesu – sie dauert länger als 15 Minuten – als zu brutal empfanden, sahen die anderen den Film als wertvollen Anstoß zur Meditation über das Leiden Christi. Kritik gab es auch von Historikern, die geschichtliche Ungenauigkeiten feststellten. So waren die gängigen Sprachen in Jerusalem Griechisch und Aramäisch, nicht Latein und Aramäisch. Auch Pilatus wird als wesentlich freundlicher dargestellt, als historische Quellen vermuten lassen.

Nichtsdestotrotz ist „The Passion of the Christ“ einer der umsatzstärksten religiösen Filme aller Zeiten und hat weltweit über 600 Millionen US-Dollar eingespielt. Eine Fortsetzung unter dem Titel „Die Passion 2: Auferstehung“ soll 2025 in die Kinos kommen.

„The Passion of the Christ“ ist zu sehen ab EUR 2,99 u. a. auf  Google Play Filme & Serien, auf Amazon Prime und Apple-TV. Ab 16 Jahren

Aus der Perspektive der Menschen, die Jesus begleiteten: The Chosen

Wo Jesus auftaucht, verändert sich alles: für Maria Magdalena (Elizabeth Tabish), die gegen ihre inneren Dämonen kämpft und daran zu zerbrechen droht, ebenso wie für den Fischer Simon (Shahar Isaac), den seine finanziellen Schwierigkeiten zu erdrücken drohen. Aber auch der Gelehrte Nikodemus (Erick Avari) sieht sein theologisches Wissen plötzlich auf den Kopf gestellt. „The Chosen – die Auserwählten“ ist das erste mehrteilige TV-Drama, das den Lebens- und Leidensweg Jesu Christi aus dem Geschehen der damaligen Zeit heraus widerspiegelt und die Geschichten jener Menschen, die Jesus begegneten und die ihn begleiteten, hautnah und lebendig erzählt. 

Entwickelt und inszeniert wurde die Serie von dem US-Filmemacher Dallas Jenkins, der Regie führt und Co-Autor ist. Die Mission des Filmepos: Jesus nicht nur als historische Gestalt der Bibel wahrzunehmen, sondern als empathisch handelnden Menschen zu porträtieren, der sich anderen zuwendet und für sie Vorbild, Antrieb und Stütze ist. Jenkins inszeniert Jesu Motivation zu handeln aus dessen unmittelbarem Umfeld heraus, das nicht nur von gesellschaftlichen und politischen Bedingungen der damaligen Zeit, sondern auch von den Menschen geprägt ist, mit denen er lebt.

Diese ungewöhnliche Inszenierung der Geschichte von Jesus von Nazaret unterscheidet sich durchaus von früheren, bekannten Jesus-Darstellungen durch ihre Nähe zum Betrachter: Jesus wird „mit den Augen derer, die ihn getroffen haben“, gezeigt. „The Chosen“ will nicht das Evangelium originalgetreu nacherzählen. Die Serie begeistert viele durch ihre opulente Inszenierung und ihre ausdrucksstarke Bildsprache. 

Die ersten beiden Staffeln (jeweils 8 Folgen) sind kostenfrei in der Mediathek von Bibel-TV zu sehen ▸bibeltv.de  Ab 12 Jahren

Frische, neue Sicht auf das Evangelium: Maria Magdalena

Vor sechs Jahren entdeckte das Kino auch die treueste Jüngerin Jesu, Maria Magdalena, als spannende und inspirierende Filmfigur. In dem beeindruckend inszenierten Bibelfilm „Maria Magdalena“ von Garth Davis spielt Rooney Mara die Rolle der Maria Magdalena, die Jesus Christus – dargestellt von Joaquin Phoenix – nach Jerusalem begleitet. Dort wird sie zur Zeugin der Leidensgeschichte Christi und zur ersten Verkünderin seiner Auferstehung.

Das katholische Filmkultur-Portal filmdienst.de bescheinigte dem Streifen eine „frische, neue Sicht auf die Botschaft des Evangeliums“. Mögen viele Details der Geschichte der Maria Magdalena erfunden sein, „dem Geist des Evangeliums bleiben sie treu“. Eindrucksvoll seien die Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Joaquin Phoenix sei kein „süßer“ Jesus im Nazarener-Stil, sondern verbinde Stärke mit Zärtlichkeit. Rooney Mara mache „das innere Leuchten einer Frau von großer spiritueller Kraft“ sichtbar. 

Die filmische Interpretation Maria Magdalenas entspricht der zuvor erfolgten Aufwertung einer der geheimnisvollsten Frauengestalten der Bibel durch das kirchliche Lehramt: 2016 hatte Papst Franziskus verfügt, dass Maria Magdalenas Gedenktag, der 22. Juli, künftig in der gesamten römisch-katholischen Kirche als Fest begangen wird – worauf der Film im Abspann hinweist.

Zu sehen am 30. 3., 01:10 Uhr, ORF 1▸tvthek.orf.at 
Im Stream: Amazon Prime, Apple-TV u. a. Ab 12 Jahren

Schlagwörter
Autor:
  • Agathe Lauber-Gansterer
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