Bischofsweihe: Zu den Menschen gehen

Zur Bischofsweihe
Ausgabe Nr. 4
  • Wien und Niederösterreich
Autor:
Bischofsweihe im Stephansdom: Am 24. Jänner 206 wird Josef Grünwidl zum 33. Erzbischof von Wien geweiht.
Bischofsweihe im Stephansdom: Am 24. Jänner 2026 wird Josef Grünwidl zum 33. Erzbischof von Wien geweiht. ©Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub

Am 24. Jänner um 14:00 Uhr werden rund 3.000 Menschen im Stephansdom und viele weitere über Fernsehen und Radio mit dabei sein, wenn Josef Grünwidl in einem großen Fest der Kirche in sein Amt als 33. Wiener Erzbischof eingeführt wird. Was sagt das Zweite Vatikanische Konzil über das Amt des Bischofs? Eine Spurensuche.

In einem eigenen Dekret – „Christus Dominus“ („Christus der Herr“) – beschrieben die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils die umfassende Hirtenaufgabe der Bischöfe. Das Dekret wurde am 28. Oktober 1965 mit 2.322 Ja- gegen zwei Nein-Stimmen angenommen. 

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Bischofsweihe im Stephansdom: Der Zeit angepasst

„Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu lehren, sollen sie den Menschen die Frohbotschaft Christi verkünden [...] In der Kraft des Geistes sollen sie die Menschen zum Glauben rufen oder im lebendigen Glauben stärken.“ „Die christliche Lehre sollen sie auf eine Weise vortragen, die den Erfordernissen der Zeit angepasst ist, das heißt, die den Schwierigkeiten und Fragen, von denen die Menschen so sehr bedrängt und geängstigt werden, entspricht. Diese Lehre sollen sie auch schützen, indem sie die Gläubigen lehren, sie zu verteidigen und auszubreiten. Bei ihrer Verkündigung sollen sie die mütterliche Sorge der Kirche um alle Menschen, seien sie gläubig oder ungläubig, unter Beweis stellen und sich mit besonderer Sorge der Armen und Schwachen annehmen; ihnen die Frohbotschaft zu verkünden, hat der Herr sie gesandt.“

„Da es der Kirche aufgegeben ist, mit der menschlichen Gesellschaft [...] in ein Gespräch zu kommen, ist es in erster Linie Pflicht der Bischöfe, zu den Menschen zu gehen und das Gespräch mit ihnen zu suchen und zu fördern. Damit immer Wahrheit mit Liebe, Einsicht mit Güte gepaart sind, muss sich dieser Heilsdialog sowohl durch Klarheit der Rede als auch zugleich durch Demut und Sanftmut auszeichnen, ferner durch gebührende Klugheit, die jedoch mit Vertrauen verbunden sein muss, das ja die Freundschaft fördert und somit darauf hinwirkt, die Geister zu einen.“ 

Ein vertrauensvolles Verhältnis

„Von ihnen [den Bischöfen] hängen bei der Ausübung ihrer Gewalt sowohl die Priester ab, die ja, um sorgsame Mitarbeiter des Bischofsstandes zu sein, selbst zu wahren Priestern des Neuen Bundes geweiht sind, als auch die Diakone, die, zum Dienst geweiht, dem Gottesvolk in der Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dienen.“ Und die Konzilsväter weiter: „Mit besonderer Liebe seien sie jederzeit den Priestern zugetan, die ja für ihren Teil die Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen und in täglicher Mühewaltung so eifrig verwirklichen. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten. Deshalb sollen sie sie bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen.“

Autor:
  • Stefan Kronthaler
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Leonie Stockhammer, 22, studiert Journalismus und Medienmanagement an der Fachhochschule Wien der Wirtschaftskammer. Sie hat ihr Praktikum beim SONNTAG gemacht, da die Kirchenzeitung auch schon für ihre Mama eine wichtige Inspirationsquelle war. Im Interview erzählt sie, warum sie sich für Kirche interessiert.