Alles Fasten

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Ausgabe Nr. 7
  • Meinung
Der österreichische Künstler Harald Woschitz gestaltete auf Einladung des Stiftes Klosterneuburg für den barocken Hochaltar der Stiftskirche ein neues Fastentuch für die österliche Bußzeit. Das Fastentuch basiert auf einer Fotografie – wörtlich „mit Licht gezeichnet“ – und stellt das Motiv der Auferstehung in den Mittelpunkt.
Der österreichische Künstler Harald Woschitz gestaltete auf Einladung des Stiftes Klosterneuburg für den barocken Hochaltar der Stiftskirche ein neues Fastentuch für die österliche Bußzeit. Das Fastentuch basiert auf einer Fotografie – wörtlich „mit Licht gezeichnet“ – und stellt das Motiv der Auferstehung in den Mittelpunkt. ©Harald Woschitz

Chefredakteurin Sophie Lauringer über die Fastenzeit und die Botschaft von Papst Leo XIV zur österlichen Bußzeit.

Ich habe die Fastenzeit damit begonnen, für diese Ausgabe die Botschaft von Papst Leo zur österlichen Bußzeit zu lesen. Folgende seiner Gedanken will ich Ihnen zum Einstieg in die kommenden Wochen gerne weitergeben:

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Fasten: Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt stellen

▸ Die Fastenzeit ist die Zeit, in der die Kirche uns einlädt, das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen, damit unser Glaube neuen Schwung erhält. 

Katholisch sein ist nicht immer leicht

Es war ein Privileg im besten Sinn des Wortes, mit einem Priester aus Venezuela und einem Augustinerpater aus Nigeria zu sprechen, genauso wie mit einem römischen Ehrenmann, der uns ein filigran gearbeitetes Weihrauchgefäß zeigte. Und ja, damals wie heute habe ich nicht an die immer wieder fehlende Haltung gegenüber Frauen gedacht. Es war einfach schön, die Räume zu sehen, die Fresken von Michelangelo, eine Plastik von Salvatore Dalí und die Kapelle, in der der Papst seine Fasten­exerzitien abhalten wird.  Wir schlagen uns oft im Alltag mit Wirrnissen herum, es gibt Ärger, Zusatzarbeit und sogar Streit. Das durfte für wenige Stunden hintanstehen und dafür bin ich einfach dankbar.

Fasten: Zeit des Zuhörens

▸ In diesem Jahr möchte ich zunächst darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dem Wort durch das Zuhören Raum zu geben, denn die Bereitschaft, zuzuhören ist das erste Anzeichen für den Wunsch, mit dem anderen in Beziehung zu treten. Wenn die Fastenzeit eine Zeit des Zuhörens ist, dann ist das Fasten eine konkrete Praxis, die uns für die Aufnahme des Wortes Gottes bereit macht. 

Fasten umfasst Formen

▸ Als sichtbares Zeichen unseres Bemühens muss das Fasten auch Formen umfassen, die uns zu einem einfacheren Lebensstil führen sollen. Ich möchte euch daher zu einer sehr konkreten und oft wenig geschätzten Form des Verzichts einladen, nämlich zum Verzicht auf Worte, die unsere Mitmenschen verletzen und kränken. Beginnen wir damit, unsere Sprache zu entwaffnen, indem wir auf scharfe Worte, voreilige Urteile, schlechtes Reden über Abwesende, die sich nicht verteidigen können, und Verleumdungen verzichten. Bemühen wir uns stattdessen, unsere Worte besser abzuwägen und Freundlichkeit zu pflegen: in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Medien, in politischen Debatten, in den Medien (SIC!), in den christlichen Gemeinschaften. Dann werden viele Worte des Hasses Worten der Hoffnung und des Friedens weichen.

Eine gute Fastenzeit wünscht Ihnen

Chefredakteurin Sophie Lauringer

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