Abt Maximilian wird sein Amt in jüngere Hände legen

Stift Heiligenkreuz
Ausgabe Nr. 34
  • Wien und Niederösterreich
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Abt Maximilian Heim hat angekündigt, dass er zu Kreuzerhöhung, am 14. September 2026, nach zwei Amtsperioden sein Amt in jüngere Hände legen möchte. ©Stift Heiligenkreuz
Das Stift Heiligenkreuz zählt zu den ältesten noch bestehenden Klöstern des Ordens. ©Stift Heiligenkreuz / Elisabeth Fürst

Am heutigen Hochfest des heiligen Ordensvaters Bernhard von Clairvaux, dem 20. August, hat Abt Maximilian Heim OCist angekündigt, dass er zu Kreuzerhöhung, am 14. September 2026, nach zwei Amtsperioden sein Amt in jüngere Hände legen möchte.

Nach 16 erfüllten und herausfordernden Jahren und nach 30-jährigem Dienst in der Leitung des Stiftes als Abt, Prior und Novizenmeister sowie Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation (2016-2025), möchte er in die Seelsorge zurückkehren und als Theologe wirken.

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Am 14. September 2026, dem Fest der Kreuzerhöhung, wird Abt Maximilian sein Amt zurücklegen. Danach wählen die über 80 Mönche mit feierlicher Profess den Nachfolger aus ihren Reihen. Abtpräses Pius Maurer OCist (Stift Lilienfeld): „Abt Maximilian hat seinen Wahlspruch „Cor ad cor loquitur“- „Das Herz spricht zum Herzen“ gelebt - mit Gottvertrauen und großem Einsatz die Mönche von Heiligenkreuz in herausfordernden Zeiten geleitet. Er übergibt eine lebendige Gemeinschaft, die über die Grenzen Österreichs ausstrahlt. Fast 10 Jahre hat er außerdem die Österreichische Zisterzienserkongregation geführt bis zu seiner plötzlichen Herzerkrankung im vergangenen Jahr. Die Wahl der neuen Leitung findet Mitte September statt. Nach Rücksprache mit dem Ordensdikasterium in Rom wird kein Abt, sondern ein Administrator für drei Jahre gewählt, da mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen hat.“

Dankbare Momente im Stift verbracht

P. Prior Johannes Paul Chavanne OCist: „Abt Maximilian hat jahrzehntelang mit Hingabe und Liebe Leitungsverantwortung in unserer jungen und wachsenden Gemeinschaft getragen. In dieser Zeit ist sehr viel Gutes und Bleibendes gewachsen - ein Erbe für die Zukunft. Wir sagen dafür von Herzen Danke und Vergelts Gott!“

Abt Maximilian Heim OCist: „In großer Dankbarkeit blicke ich auf die vergangenen 16 Jahre als Abt zurück. In Anbetracht meiner Herzerkrankung im vergangenen Jahr und nach zwei Amtsperioden, ist für mich jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, diese Aufgabe in jüngere Hände zu legen. Ich freue mich sehr, weiterhin im Dienst des Stiftes als Seelsorger und Theologe tätig zu sein. Meine Dankbarkeit gilt vor allem meinen Mitbrüdern in Heiligenkreuz, Stiepel, Neuzelle und dem Neukloster wie auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Stiftspfarren für das gute Miteinander.“  

Visitation, um die nachhaltige Entwicklung zu fördern

Anfang April 2026 ist die Apostolische Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen worden. Beauftragt mit der Visitation waren der Benediktiner-Abtprimas Jeremias Schröder sowie Schwester Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz. „Ich habe in den Monaten der Visitation Heiligenkreuz als spirituellen Ort kennengelernt und eine große Kooperationsbereitschaft erleben können“, so die Visitatorin Schwester Rod.

Die nunmehrigen Anweisungen des römischen Ordensdikasteriums umfassen eine „optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen, die allein aufgrund der Größe des Konvents (über 100 Mönche) erforderlich ist“. Auch brauche es „strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben“ sowie eine „Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung“. Weiters schlägt Rom eine „Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum“ vor, sowie „eine Schärfung von Identität und Selbstbild des Stiftes Heiligenkreuz“.

Auftrag zur Visitation im Juni 2025

Ausgangspunkt für die Visitation war ein Dekret des Ordensdikasteriums vom 5. Juni 2025. Im Begleitschreiben zu dem Dekret hieß es damals wörtlich: „Wir bitten Sie, diese Apostolische Visitation als einen Ausdruck wohlwollender Unterstützung zu verstehen, die darauf abzielt, die nachhaltige Entwicklung des blühenden Stifts zu fördern und es vor möglichen inneren wie äußeren Gefährdungen zu bewahren.“

In Heiligenkreuz: Papst Benedikt XVI. mit dem damaligen Abt Gregor Henckel-Donnersmarck und dem damaligen Hochschulrektor Pater Karl Wallner. ©APA-Images/Müller Christian

Papstbesuch 2007: Plädoyer für Herz & Hirn

15.000 hörten 2007 in Heiligenkreuz eine ermutigende Ansprache von Papst Benedikt XVI. über Gebet und Liturgie, übers Ordenswesen und katholische Theologie. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder sie ist opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht“, betonte Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache in der Stiftskirche Heiligenkreuz am 9. September. Das Gebet sei der „heilige Dienst“ der Mönche, der heilige Benedikt habe dem zentralen Imperativ des „ Ora“ („Bete“) das „Labora“ („Arbeite“) hinzugefügt, die Gestaltung der Erde gemäß dem Willen des Schöpfers. Benedikt XVI.: „So haben die Mönche in allen Jahrhunderten von ihrem Blick auf Gott her die Erde lebbar und schön gemacht. Bewahrung und Heilung der Schöpfung kam gerade aus ihrem Hinschauen auf Gott.“ Und der Papst würdigte die 2007 errichtete „Päpstliche Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz“ als „profilierten Studienort“, „wo eine vertiefte Verbindung von wissenschaftlicher Theologie und gelebter Spiritualität möglich ist.“ Bei der Priesterausbildung (Heiligenkreuz ist eine der größten Priesterbildungsstätten des deutschen Sprachraumes) sollten „zugleich Glaube und Vernunft, Herz und Hirn gefördert werden“.

Autor:
  • Redaktion Der SONNTAG
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