29. März: Heiliger Berthold

Der Nichtgründer der Karmeliten
Ausgabe Nr. 13
  • Heiligenschein
Autor:
Wird im Ordenskleid dargestellt: Eigentlich war Berthold kein Karmeliter.
Wird im Ordenskleid dargestellt: Eigentlich war Berthold kein Karmeliter. ©Irene Unger

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

Ein Ordensgründer, der keiner war, und der eine falsche Herkunftsbezeichnung hat: Berthold von Kalabrien. Er gründete keinen Orden, und er stammte auch nicht aus Süditalien, sondern aus Frankreich. Er lebte aber großteils im Orient, und dort bekamen im 12. Jahrhundert alle Einwanderer den Beinamen „aus Kalabrien“.

Werbung

Berthold findet im Angesicht des Krieges zu einer neuen Erkenntnis

Berthold war Priester und ging 1147 als Begleiter der Kreuzfahrer ins Heilige Land. Als Antiochia von den Sarazenen belagert wurde, soll Jesus ihm in einer Vision die Brutalität der christlichen Soldaten als Ursache für die Bedrängnis vor Augen geführt haben. Da hatte Berthold genug vom Krieg.

Bertholds Rückzug auf den Karmel wird zum Ausgangspunkt des Karmeliterordens

Ein paar Jahre später siedelte er sich mit zehn Gefährten in der Höhle auf dem Berg Karmel in Israel an. Auf dem Karmel hatte der Prophet Elija einen Wettstreit gegen heidnische Priester für den Gott Israels entschieden, und Berthold wollte in diesem Geist leben. Sie lebten nach der Regel der Basilianermönche. Aus dieser Gemeinschaft entstand der Orden der Brüder Unserer Lieben Frauen vom Berg Karmel, der Karmeliterorden. Er verbreitete sich in Europa, in Österreich hat er heute vier Häuser. Berthold starb 1195 und ist also nicht der eigentliche Gründer, aber ohne ihn wäre der Orden nicht entstanden.

Buchcover Von Bischofsstab bis Besenstiel
©Wiener Dom-Verlag

Das Buch zum Podcast

Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.

 

Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4

Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.

Schlagwörter
Autor:
  • Bernadette Spitzer
0:00
0:00
Werbung

Neueste Beiträge

| Theologie
Christliche Reise nach Innen

„Die Welt beginnt in dir“: In seinem neuen Buch beschreibt der Moraltheologe Matthias Beck die Grundlagen einer modernen und guten Spiritualität, die beim Einzelnen ansetzt. Die Exerzitien des heiligen Ignatius von Loyola sind für ihn der Weg zu einem gelingendem Leben. Wie kann das klappen?

| Heiter bis heilig
Anekdoten

Anton Bruckner starb am 11. Oktober 1896 in Wien in seiner Dienstwohnung im Kustodenstöckl beim Oberen Belvedere im 3. Bezirk. Seit einigen Jahren wird an seinem Todestag und in seiner Todesstunde um 15:30 Uhr in der Schlosskapelle des Belverdere eine Messe für ihn gefeiert.

| Wien und Niederösterreich
Kardinal im Interview

Drei Jahrzehnte, von 1995 bis 2025, war Kardinal Christoph Schönborn Erzbischof von Wien, 22 Jahre davon auch Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz und bis vor wenigen Tagen Ordinarius für die katholischen Ostkirchen in Österreich.