12. Oktober: Carlo Acutis
Influencer Gottes
Von einem Bild lacht schelmisch ein Jugendlicher mit schwarzem Wuschelhaar. Auf dem anderen liegt er in einem gläsernen Sarg – bestattet in seinem Jogginganzug und, wie es in Italien bei Seligen und Heiligen üblich ist, präpariert, sodass er lebendig aussieht. Der Knabe hieß Carlo Acutis.
Carlo Acutis – ein außergewöhnlich gläubiger Bub
Das Outfit ist historisch einzigartig. Er ist mit nur 15 Jahren gestorben. Diese wenigen Lebensjahre waren aber ausreichend, ihn in den Kreis der Heiligen aufzunehmen, und das ist immerhin tröstlich. Der Sohn eines italienischen Investmentbankers kam 1991 in London zur Welt, wuchs aber in seiner Heimat Mailand auf. Carlo bestach – im Gegensatz zu seinen Eltern – durch seine Frömmigkeit. Nach seiner Erstkommunion besuchte er täglich die Messe und betete viel. Er nannte die Heilige Eucharistie seine „Autobahn in den Himmel“. Das war außergewöhnlich.
Glaube trifft auf Informatik
Dazu gesellte sich eine besondere Begabung für Informatik. Schon als Zehnjähriger gestaltete er eigene Webseiten. Mit elf begann er mit der Erstellung eines Online-Verzeichnisses mit 136 eucharistischen Wundern aus der ganzen Welt. Drei Jahre brauchte er dafür. Eine Ausstellung, die nach seinem Tod entwickelt wurde, wurde weltweit in Tausenden Pfarren gezeigt.
Carlo Acutis – ein ganz normaler Jugendlicher
Carlo war aber weder verschroben fromm noch ein Computernerd. Er war ein lustiger Bub, der gerne Fußball und Playstation spielte, Videos drehte und seine Mitmenschen zum Lachen brachte. Anfang Oktober 2006 erkrankte er plötzlich an Leukämie. Nur wenige Tage später, am 12. Oktober, starb er mit nur 15 Jahren. Zu seiner Seelenmesse kamen auch Obdachlose, die er, auch ohne Wissen seiner Familie, mit Spenden versorgt hatte. 2020 ist er seliggesprochen worden. Er wird von vielen als Schutzpatron des Internets angerufen und als „Influencer Gottes“ oder „Cyberapostel“ bezeichnet.
Das Buch zum Podcast
Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle.
Bernadette Spitzer
Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.
Wiener Dom-Verlag.
ISBN: 978-3-85351-294-4
Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.