Wie der Heilige Geist die Kirche neu entflammt

Meinung
Ausgabe Nr. 20
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Hände halten eine Taube
Das Pfingstfestes kann ein neues Zeitalter der geistlichen Erweckung und des gemeinschaftlichen Glaubens einläuten. ©kharps
Pfarrer Bernhard Messer
Bernhard Messer ist Pfarrer der Gemeinde Lichtental in Wien 9.
Lange ging es mir so
©privat

Erfahren Sie zu Pfingsten, wie der Heilige Geist die frühe Kirche formte und heute individuelle Leben und Gemeinschaften erneuert.

Lange ging es mir so wie den Jüngern des Täufers in Apg 19: „Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.“ Im Studium hörte ich von ihm, ok, er wird ja auch in den Sakramenten vermittelt, aber der Geist, wie ihn die Apostelgeschichte schildert, war mir nicht im Blick, viel Geist-Erfahrung konnte ich erst später machen.  

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Er kann ziemlich gewaltig kommen: Sturm, Feuer, Kraft. Er macht zu Zeugen, er sendet aus und die von ihm erfüllt sind, scheinen  manchmal wie betrunken (Apg 2,13). Erfüllt sein vom Geist kommt in der Apostelgeschichte häufig vor, Pfingsten könnte also das Fest sein, wo ich lernen darf, Erfahrungen mit dem Geist Gottes zuzulassen, die mich innerlich, vielleicht auch äußerlich verändern. Erfüllte sind irgendwann angefüllt und laufen über oder platzen, dann kann Freude überfließen, kann Jesus durch dich zur Welt kommen.

Jetzt nicht erschrecken (oder doch ein bisschen): Das alles geschieht individuell – groß und sichtbar, laut – oder leise, mehr im Kleinen und Ruhigen. Wichtig ist: Lass dich erfüllen! 

Der Heilige Geist und die Kirche

Aus der Apostelgeschichte wird auch klar, dass der Heilige Geist Kirche aufbaut. Er spricht, macht Mut, er arbeitet mit den Jüngern zusammen (Apg 5 und 15), er korrigiert menschliche Pläne (Apg 16) und hilft, Struktur in die Kirche zu bringen (Apg 20).

Wenn wir Kirche verstehen als Gemeinschaft, die vom Heiligen Geist gegründet ist und geleitet wird, deren Wesen es ist, die Liebe Gottes zu bezeugen, dann darf ich mich als Einzelner wirklich freuen, wenn der Geist mich erfüllt. Als Jüngerin oder Jünger Jesu werde ich es aber lieben, überzufließen und, auch Geist-lich, die Menschen um mich herum im Fokus zu haben und weiterzugeben, was mir geschenkt ist. Und ich werde mich vom Privatchristentum (mein Herrgott und ich) verabschieden und immer mehr in Gemeinschaft tun – inspiriert von Apostelgeschichte 1 und 2. 

Die ganz frühe Kirche betet gemeinsam im Obergemach, dann kommt Pfingsten! Alle waren zusammen am selben Ort. Dann Brausen und Feuer! Komm, Heiliger Geist! Schenke der Kirche ein neues Pfingsten. Amen!

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung der Autorin aus!

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