Wenn ein Esel den Mund aufmacht

Tiere in der Bibel
Ausgabe Nr. 28
  • Theologie
Autor:
In der Bibel repräsentieren Esel nicht nur materiellen Reichtum, sondern auch Demut und Dienst. ©iStock.com/ysbrandcosijn

In unserer Serie "Tiere der Bibel" beleuchten wir wöchentlich ein Tier aus der Bibel. Diese Woche ist der Esel an der Reihe.

Viele Esel und Eselinnen zu besitzen, das zeigte schon in biblischer Zeit großen Reichtum und Wohlstand an. Jakob schenkte seinem Bruder Esau, um ihn versöhnlich zu stimmen, eine Menge Tiere (Genesis 32,16), darunter „dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig Kühe und zehn Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel“.

Werbung

Auch die „Zehn Worte“ („Zehn Gebote“) nennen in beiden Fassungen (Exodus 20,17 wie auch Deuteronomium 5,21) das Lasttier, das nicht begehrt werden sollte: „Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren, nicht seinen Sklaven oder seine Sklavin, sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.“

Das Lasttier

Die Bibel sorgt sich auch um das Wohlergehen der Lasttiere: „Wenn du siehst, wie der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammenbricht, dann lass ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm Hilfe“, heißt es im Buch Exodus (23,5). Und auch der Sabbat (Exodus 23,12) gilt für das Tier: „Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten, am siebten Tag aber sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen.“

Die sprechende Eselin

Das Buch Numeri (Kapitel 22) berichtet von Bileam und seiner Eselin, die sogar den Mund aufmacht und sprechen kann. „Da öffnete der HERR der Eselin den Mund und die Eselin sagte zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich jetzt schon zum dritten Mal schlägst? Bileam erwiderte der Eselin: Weil du mich verhöhnst. Hätte ich ein Schwert dabei, dann hätte ich dich jetzt schon umgebracht. Die Eselin antwortete Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du seit eh und je bis heute geritten bist? War es etwa je meine Gewohnheit, mich so zu benehmen? Da sagte er: Nein.“

Jesus auf einem Esel

Im Buch Jesaja (1,3) findet sich ein alttestamentlicher Hinweis, der später auf die Tiere im Stall von Bethlehem gelesen wurde: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ Die Prophezeiung aus dem Buch Sacharja (9,9) wird wegweisend für den Messias Jesus: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.“ Und nicht auf einem Pferd, dem starken Reittier und Machtsymbol der Krieger, sondern auf einem Esel wird Jesus in die Stadt Jerusalem einziehen (Johannes 12,14): „Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf.“ 

Schlagwörter
Autor:
  • Stefan Kronthaler
Werbung

Neueste Beiträge

| Wien und Niederösterreich
Himmel & Erde

In unserem neuen Pfingst-Magazin haben wir uns die Vielfalt innerhalb der katholischen Kirche in Wien näher angeschaut und stellen Ihnen einige der vielen Anderssprachigen Gemeinden der Erzdiözese Wien vor.

| Meinung
Kommentar

Wien war immer ein Melting Pot – ein Schmelztiegel – vieler Kulturen und Völker. Jeder fünfte Katholik in der Hauptstadt ist Ausländer oder ausländischer Herkunft. Das Referat für anderssprachige Gemeinden kümmert sich mit großer Freude um die Menschen aus aller Herren Länder.

| Wien und Niederösterreich
Spanischsprachige Gemeinde

Grauer Brutalismus außen, lebendige Gemeinschaft innen: In Wiens spanischsprachiger Pfarre Maria Namen wird gebetet, gebastelt und gefeiert. Warum Sprache hier Heimat schafft und Kirche Familie ist, erzählen die zwei Gemeindemitglieder Ana und Sandra sowie Padre Jesús David Jaén Villalobos.