Weih-Eis
Anekdoten
Der Winter 1929 war in Wien eiskalt. Die Temperaturen sanken auf bis zu minus 25 Grad Celsius. Die Donau fror auf einer Länge von 900 Kilometern zu. Es kam zu einem gewaltigen Eisstoß in Wien, der einen Monat lang dauerte. Die Bevölkerung ging in der Zeit auf der Donau spazieren und etliche gingen eisbaden in Löcher, die ins Eis geschlagen wurden. Erst im März begann die Donau wieder zu fließen.
Eis statt Weihwasser
Doch die Kälte hatte auch andere Auswirkungen. Bei einem Begräbnis am Döblinger Friedhof ging die Trauergemeinde zum Grab. Der Pfarrer streckte die Hand aus. Der Ministrant sollte ihm das Aspergill aus dem Weihwasserkessel geben, damit er den Sarg segnen konnte. Der aber flüsterte ihm zu: „Hab’ keins mehr.“ Erstaunt fragte der Pfarrer: „Warum denn nicht? Hast du es etwa verschüttet?“ – „Nein, aber auf dem Weg hierher ist aus dem Weihwasser Weih-Eis geworden!“
Nach: Olaf Link, Anekdoten und Humorvolles aus dem alten Wien
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