Das Zeichen der Würde und Bürde

Pallium für den Erzbischof
Ausgabe Nr. 27
  • Papst
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Grosse Freude: Erzbischof Josef Grünwidl mit dem Pallium in Rom.
Grosse Freude: Erzbischof Josef Grünwidl mit dem Pallium in Rom. ©Stephan Schönlaub
Das Pallium, ein etwa fünf Zentimeter breites Band aus weißer Lammwolle, wird traditionell am 29. Juni zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus verliehen.
Das Pallium, ein etwa fünf Zentimeter breites Band aus weißer Lammwolle, wird traditionell am 29. Juni zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus verliehen. ©Udo Thianich-Schwamberger
Erzbischof Josef Grünwidl bei der Verleihung des Palliums im Petersdom in Rom.
Erzbischof Josef Grünwidl bei der Verleihung des Palliums im Petersdom in Rom. ©Udo Thianich-Schwamberger

Gemeinsam mit allen neuen Erzbischöfen der katholischen Kirche empfing Erzbischof Josef Grünwidl am 29. Juni, dem Hochfest Peter und Paul, in Rom das Pallium von Papst Leo XIV.

Die 35 Erzbischöfe, die in den vergangenen 12 Monaten vom Papst ernannt wurden, sind aus der ganzem Welt angereist. Unter ihnen sind etwa Shane Anthony Mackinlay, Erzbischof von Brisbane (Australien), Antonysamy Savarimuthu, Erzbischof von Madurai (Indien) und Guy Boulanger, Erzbischof von Sherbrooke (Kanada). Zufälligerweise gibt es auch eine Häufung von Erzbischöfen aus den Nachfolgestaaten von Österreich-Ungarn: Grzegorz Rys, Erzbischof von Krakau, Konrad Krajewski, Erzbischof von Lódz, Andrzej Przybylski, Erzbischof von Katowice, und Stanislav Pribyl, Erzbischof von Prag.

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Pallium-Verleihung: „Der Stallgeruch der Herde“

Nach der Verleihung des Palliums zeigte sich Erzbischof Grünwidl erfreut: „Es war eine wunderschöne Feier, ich konnte Weltkirche erleben und auch mit vielen neuen Erzbischöfen reden. Mit dem neuen Erzbischof von New York, mit meinen Kollegen in Prag und Indien. Es waren so viele nette Erzbischöfe da und die Feier, die Liturgie selber, war sehr bewegend.“ Das Pallium habe für ihn eine besondere Bedeutung, erläuterte Grünwidl: „Das Pallium ist natürlich eine Würde, es ist ja ein Amtszeichen des Papstes, das er nur besonderen Metropoliten und Erzbischöfen verleiht. Es ist aber sicher auch eine Bürde, die noch stärker an meine Verantwortung als Bischof und als Hirte erinnert. Papst Franziskus hat immer gesagt: ‚Ein Hirte, ein Bischof muss den Stallgeruch der Herde haben.‘ Daran erinnert mich das Pallium auch in ganz besonderer Weise.“

Ein Hirte, ein Bischof muss den Stallgeruch der Herde haben.

Papst Franziskus

Pallium: Bedeutung und Herkunft

Das Pallium ist ein schmales Band aus weißer Lammwolle, das über der Kasel um die Schultern getragen wird, vorne und hinten fällt je ein kurzer Streifen herab. Sechs schwarze Kreuze sind darauf gestickt. Kleine Nadeln, die sogenannten Spinulae, erinnern an die Wunden Christi und an die Dornenkrone. Das Pallium sagt, was ein Erzbischof sein soll: nicht Herrscher, sondern Hirte für die Menschen, die ihm anvertraut sind. Die Wolle des Palliums stammt traditionell von Lämmern, die am 21. Jänner, dem Gedenktag der heiligen Agnes, in Rom gesegnet werden. Das Pallium ist Zeichen der Einheit mit dem Papst und zugleich Zeichen der Verantwortung für eine konkrete Kirchenprovinz. In Österreich tragen das Pallium die Erzbischöfe von Wien und Salzburg. Zur Kirchenprovinz Wien gehören neben der Erzdiözese Wien die Diözesen Eisenstadt, Linz und Sankt Pölten. Das Pallium ist persönlich – und zugleich streng an das Amt gebunden. Es wird einem konkreten Erzbischof verliehen, gilt aber nur für seinen Dienst auf einem bestimmten Metropolitansitz. Der Metropolit darf das Pallium nur innerhalb seiner eigenen Kirchenprovinz tragen, also nicht einfach überall, wo er einer Liturgie vorsteht. Mit dem Ende der Amtszeit endet auch der liturgische Gebrauch.

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