Online-Rosenkranz mit vielen kleinen Mitbetern

Glaubenszeugnis
Ausgabe Nr. 7
  • Spiritualität
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Findet das Rosenkranzgebet beruhigend: Isabel Eiselsberg integriert es in ihren turbulenten Familienalltag.
Findet das Rosenkranzgebet beruhigend: Isabel Eiselsberg integriert es in ihren turbulenten Familienalltag. ©privat

Jeden Mittwoch versammeln sich um halb sieben, der ‚Rush hour‘ im Familienalltag, viele Eltern, Kinder und Großeltern vorm Bildschirm und beten gemeinsam den Rosenkranz. Ihr Anliegen: der Friede in der Welt.

Isabel Eiselsberg lebt mit ihrem Mann und ihren sechs Kindern in Klosterneuburg. Virtuell trifft sie jedoch weitaus mehr Menschen – zum gemeinsamen Gebet. Wie geht das?

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Isabel, du hast vor über zwei Jahren eine Initiative gestartet: Familien treffen einander online, um miteinander den Rosenkranz zu beten. Wie kam es dazu?

Ich habe damals von der Aktion ‚Eine Million Kinder beten den Rosenkranz‘ gehört. Sie wird einmal pro Jahr von ‚Kirche in Not‘ organisiert und hat als Leitgedanken den Ausspruch des heiligen Pater Pio, der gesagt hat: ‚Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, dann wird sich die Welt verändern.‘ Wir haben uns damals mit anderen Familien an der Aktion beteiligt. Danach haben einige der Familien gefragt, ob wir nicht regelmäßig miteinander beten könnten – für den Frieden in der Welt.

Virtueller Rosenkranz

Wie kann man sich ein solches virtuelles Treffen vorstellen?

Wir sind technisch über Zoom verbunden. Dafür schicke ich im Vorfeld einen Einladungslink aus. Halb sieben am Abend ist im Familienalltag meist eine turbulente Zeit: Die einen sind beim Abendessen, die anderen beim Baden oder man springt schnell in den Pyjama. Es ist dann immer sehr schön, wenn man so viele Kinder auf dem Bildschirm sieht. Auch wenn die kleinen Mitbeter manchmal sehr lebendig sind, ist es immer eine große Freude, zusammen zu beten. Auch einige Großeltern sind regelmäßig dabei. Jeweils eine Familie betet ein Gesätzchen vor. Sehr besonders ist, dass wir immer am Schluss den Segen von einem Priester bekommen, der mit uns online verbunden ist. 

Viele denken beim Rosenkranz an ältere Damen, die in der Kirche gemeinsam beten, nicht an Kinder oder Familien. Wie klappt es, dass bei euch die Kinder gern mittun?

Bei uns zu Hause ist es so, dass wir am Ende des Tages als Familie zusammenkommen und beten, meistens einen Rosenkranz. Das klappt nicht immer, manchmal wollen nicht alle oder ein Kind betet nur ein Gesätzchen mit. 

Für unsere Familie ist das Gebet ein wichtiger Fixpunkt am Tag. Meinem Mann und mir ist es wichtig, den Kindern zu vermitteln: Gott ist der Mittelpunkt des Lebens. Wir können uns in jeder Situation an ihn wenden. Wir versuchen, unseren Kindern ein gutes Beispiel zu geben.

 

„Für unsere Familie ist das Gebet ein wichtiger Fixpunkt am Tag.“

Isabel Eiselsberg

Beten mit dem Rosenkranz

Hast du selbst von klein auf den Rosenkranz gebetet?

Ich habe das Rosenkranzgebet am Ende meiner Schulzeit bei einer Wallfahrt mit meiner Familie nach Medjugorje kennen gelernt. Seitdem ist es für mich sehr wichtig. Es schenkt mir Frieden im Herzen. Wenn ich zum Beispiel in der Nacht nicht schlafen kann, nutze ich diese Zeit und lege jedes meiner Kinder vor den Herrn hin. Allein die Perlen durch meine Finger gleiten zu lassen, beruhigt. Für mich ist der Rosenkranz ein hochaktuelles Gebet: In einer Welt, in der wir von allen Seiten beschallt werden und so vieles auf uns einprasselt, hilft er mir, meine Gedanken zu ordnen und mich auf Jesus auszurichten.

Apropos hochaktuell: Bei den Onlinetreffen betet ihr für den Frieden in der Welt.

Es gibt so viel Unfrieden auf der Welt, man kann also nicht genug beten. Ich glaube fest daran, dass die Kraft des Gebetes sehr viel verändern kann. Wie auch immer der Herr die Gebete dann verwendet. Wir hängen an jedes Gesätzchen ein kleines Gebet an, in dem wir um den Frieden im Herzen, in den Familien und auf der ganzen Welt bitten. Mir zeigt das: Oberste Priorität hat die eigene Familie, das eigene Umfeld. Für mich als Mutter ist das oft eine große Herausforderung, diesen Frieden in der Familie zu bewahren. Es überfordert mich, manchmal fühle ich mich machtlos. Deshalb bin ich auch so dankbar für den Rosenkranz: Ich kann alles in die Hand meiner himmlischen Mutter legen.

Schlagwörter
Autor:
  • Sandra Lobnig
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