Mit Gott durch die Stürme des Lebens

12. Sonntag im Jahreskreis
Ausgabe Nr. 25
  • Sonntag
Ein kleines Holzruderboot, dass sich im Stillen Wasser spiegelt.
Nicht immer führt die Glaubensreise nur über ruhige Gewässer. ©pixabay

Wort zum Evangelium von Claudia Hubert

12. Sonntag im jahreskreis, Lesejahr B – 23. Juni

Da stürmt es, das Boot wird hin und her geworfen und geht fast unter – und Jesus schläft. Jeder, der einmal auf einem Boot einen Sturm erlebt hat, weiß, dass in so einer Situation an Schlaf nicht zu denken ist. Die Unmöglichkeit, dass sich dies buchstäblich so zugetragen haben könnte, lässt mich nach dem tieferen Sinn dieser Szene suchen.

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Für mich steht das Boot für die Kirche, die vom Ufer ablegt, sich auf den Weg macht hin zu neuen Ufern und dabei ordentlich Gegen- und Seitenwind bekommt. Ja, sie droht sogar unterzugehen; zu kentern. Geht es uns als Kirche – verstanden als Gemeinschaft der Christen – nicht heute auch oft so? Stecken wir nicht auch in einem solchen Sturm, wo wir nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll? Wo wir uns als Kirche neu finden müssen /können / dürfen? Das „Boot“ schwankt hin und her, kann nur schwer eine Richtung beibehalten.

Und Jesus? Schläft – greift nicht ein. Erst als die Jünger – schon fast verzweifelt – sich an ihn wenden und ihm ihre Not klagen, wird er aktiv. Er bringt den Sturm zum Schweigen und rettet das Boot so vor dem Kentern.
Auch ich habe einmal in einer ausweglosen Situation erlebt, dass sich zuerst nichts bewegt hat – als ich aber Gott mein Leid geklagt und ihm meine Lösung der Situation präsentiert hatte, kam es genau wie von mir beschrieben, und „der Sturm hat sich gelegt“. Mir war, als ob Gott nur auf mein Anfragen gewartet hatte, um dann eingreifen zu können. Vielleicht müssen wir manchmal einfach nur den Mut haben, ihn aufzuwecken?

 

1. Lesung Íjob 38,1.8–11

Die Macht Gottes über das Meer

Der Herr antwortete dem Íjob aus dem Wettersturm und sprach: Wer verschloss das Meer mit Toren, als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,  als Wolken ich zum Kleid ihm machte, ihm zur Windel dunklen Dunst, als ich ihm ausbrach meine Grenze, ihm Tor und Riegel setzte und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?

2. Lesung 2 Korínther 5,14–17

Jesu Tod und Auferstehung bringen die neue Schöpfung hervor.

Schwestern und Brüder! Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben. Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde. Also kennen wir von jetzt an niemanden mehr dem Fleische nach; auch wenn wir früher Christus dem Fleische nach gekannt haben, jetzt kennen wir ihn nicht mehr so. Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Evangelium Markus 4,35–41

Jesus hat einen guten Schlaf – manchmal muss man ihn erst wecken.

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

Quelle: Lektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch. Band I: Die Sonntage und Festtage im Lesejahr A, Freiburg u. a. 2019. © staeko.net

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